Mittwoch, 11. März 2009

Odette Toulemonde et autres histoires von Eric-Emmanuel Schmitt


So wie Arto Paasilinna und John Irving ist auch Eric-Emmanuel Schmitt einer der Autoren, die mir das meiste Vergnügen bereiten, mich immer wieder überraschen und aber auch nie enttäuschen und von dem ich darum auch fast alles gelesen habe.
Und nun habe ich auch Dank meines Bruders endlich das Buch "Odette Toulemonde et autres histoires" in den Händen.
Habe es gelesen und bin sehr überrascht und auch hier nicht im Mindesten enttäuscht.

Überrascht, weil ich den wunderbaren und bezaubernden Film zuhause habe, den der bezaubernden Odette Toulemonde und gedacht habe, das Buch erzählt wie im Film und auch auf ähnlich lustig-poetische Weise ihre Geschichte.

Das Buch aber erzählt mehr, mehr Geschichten. Es ist ein Buch voller Kurzgeschichten und eine davon, mit natürlich auch nicht besonders vielen Seiten, die von Odette Toulemonde.
Und hier muss ich sagen: grandios.
Normalerweise mag ich weder besonders Kurzgeschichten, noch mag ich meistens überhaupt Verfilmungen von Büchern.
Aber hier ist der Fall ein ganz anderer.
Zu einen hat Eric-Emmanuel Schmitt selbst mit Odette Toulemonde einen wunderbaren und bildgewaltigen verzauberten Film voller Humor und Liebe gemacht und zum anderen hat er Kurzgeschichten in dieses Buch gepackt, die es mehr als in sich haben.

Kurze, sofort packende Ausflüge in die Köpfe und Leben von Menschen die nach aussen unscheinbarer wirken als unter der Oberfläche. Spannende Einblicke wie Krimi-Stücke, fesselnd und dennoch nie reisserisch.
Man ahnt was passiert und dennoch saugt man jede Seite ein. Es fliesst kein Blut und dennoch ist es ein leichter Schauer den einem beim Lesen überkommt, sind die Einblicke in die Schicksale der Protagonisten doch zuweilen Einblicke in das eigene Leben, die eigene Seele oder zumindest ein Blick in etwas das man aus Erfahrung kennt.

Eine der besten Geschichten ist L´intruse in der sich eine Frau verfolgt fühlt von einer mysteriösen Alten, die ab und zu in ihrer Wohnung auftaucht, Sachen versteckt, das Thermostat umstellt, ihr Streiche spielt. Zu der großen Hitze in Paris kommen so noch andere Dinge die Odile zusetzen, unerklärliche Dinge, wie die dass... ich will nicht viel verraten. Oder doch. Odile hat Alzheimer. Man merkt es, wenn man ein wenig über die Krankheit Bescheid weiß ziemlich schnell, auch wenn es geschickt und subtil als Clou hinter all dem enthüllt wird. Und gerade wenn man etwas über diese Krankheit weiß oder gar Verwandte hat die darunter leiden oder litten, dann packt einen diese Geschichte noch viel mehr.

Das erkennen wie es sein muss, sich nicht mehr zurecht zu finden in der Realität. nicht zu erkennen dass nicht die Welt um einen herum verrückt und einem Streiche spielt sondern der eigene Geist. Die Verfolgerin von Odile ist sie selbst, ihr Spiegelbild einer alten Frau das sie nicht erkennt weil sie doch glaubt, 25 zu sein. Oder dreissig? Egal, nicht älter...Sie selbst ist es die Dinge verlegt, den Thermostat hin und her schiebt. Und das Buch an dessen Einleitung sie seit Wochen herum feilt ist längst geschrieben und ein Bestseller. Und ihr Mann der mit einer anderen Kinder hat ist kein... ah, ich erzähle doch schon viel, viel zu viel.

Aber das ist es mit den Geschichten:
Sie packen einen und lassen nicht mehr los.
Das sind so gewaltige kleine Geschichten, dass man eine lesen könnte um tagelang darüber nachzudenken und noch im Kopf nach zu harken.
Aber man kann es nicht bei einer belassen.
Viel, viel zu gut sind sie, viel, viel zu spannend!

Was auffällt ist, dass in fast allen Geschichten Frauen die Erzähler sind und man doch trotz des männlichen Autors die weiblichen Introspektionen sehr, sehr gut nachvollziehen kann.
Auch wenn die Protagonistinnen an Schwächen leiden, psychisch instabil sind, von eigenen Unzulänglichkeiten überzeugt oder unter defizitären Selbsteinschätzungen leiden.

Eric-Emmanuel Schmitt der sonst mit seinen religiös-philosophischen Werken reüssiert, schafft es in diesem wunderbaren Buch, psychologische Profile mit einer derartigen Spannung zu verdeutlichen, dass ich einmal mehr froh bin, diesen genialen Autor für mich entdeckt zu haben, der es hier sogar geschafft hat, mich für die Form der Kurzgeschichte zu begeistern.


Détails sur le produit

* Broché: 281 pages
* Editeur : Albin Michel (25 octobre 2006)
* Collection : LITT.GENERALE
* Langue : Français
* ISBN-10: 2226173625
* ISBN-13: 978-2226173621

Le Bestial Serviteur du pasteur Huuskonen von Arto Paasilinna


Ich bin mehr als betrübt bei der Feststellung, dass dieses glaub ich das letzte mir noch unbekannte Buch des grandiosen Arto Paasilinna war. Von nun an heisst es warten und in der Zeit die alten aber meisterhaften Werke noch einmal zu lesen und ich bezweifle nicht, dass sie mich auch dieses mal verzaubern und nach Finnland katapultieren werden!

Dieses Buch ist ein wundervoller Abschluss und ich bin froh es am Ende gelesen zu haben. Denn irgendwie schliesst sich der Kreis, war doch mein erstes Buh von Arto Paasilinna das des Hasen und Vaartanen und in dieser Geschichte spielt ein Bär eine der Hauptrollen.

Ein Bär der als Waisenjunge dem ruppigen und mit der Kirche etwas auf Kriegsfuß stehenden Pastor Oskari Huuskonen zum fünfzigsten Geburtstag geschenkt wird, was dessen Frau noch mehr gegen diesen aufbringt. Aber was solls, Oskari hat sich noch nie sonderlich an der Meinung anderer gestört und was seine Frau so treibt ist eh nicht von großem Interesse.
Da schon ehr der Bär.
Dieser gewöhnt sich schnell an den Pastor und eine Paasilinna typische Freundschaft entsteht und gemeinsam erleben die beiden die schönsten und kuriosesten Abenteuer, nie albern, immer mit viel Herz und Wäre, Witz und Esprit und garantiert nie vorhersehbar.

Es werden Sportarten erfunden und mit Verve betrieben wie der steil aufsteigen Speerwurf (bei dem der Pastor fast seinen Bischof ins Jenseits befördert) und natürlich jede Menge Alkohol und Cervelat-Würste konsumiert.

Der Pastor verbringt den ersten gemeinsamen Winter mit dem Bär in einer komfortablen Höhlenhütte, erregt aber auch dadurch den Zorn der Kirchenoberen weil eben nicht nur der Bär, sondern auch eine aufgeschlossene und hübsche Zoologin mit dem Pastor dort zu überwintern scheint. Die Pastorenfrau ist ausser sich vor Wut, verlangt die Scheidung und der Pastor fühlt sich so nach einigen Ereignissen die den Leser mehr als Amüsieren werden, frei mit dem Bären auf eine kleine Reise aufzubrechen.

So kommt es dass die beiden auf einem schiff anheuern, hat der Bär doch in der Zwischenzeit gelernt, häusliche Aufgaben wie Bügeln, Wäsche falten und sortieren, Frühstück zubereiten und Ordnung halten aufs Vortrefflichste zu erledigen und sogar dem Pastor bei seinen improvisierten und anderen Religionen aufgeschlossenen Messen zu assistieren.

Ein guter Missionar ist dieser aber vielleicht nicht, zweifelt er doch schon seit einiger Zeit an dem Gottbild wie es seine Kirche geformt hat. Lieber beschäftigt er sich mit dem Gedanken an die Existenz ausserirdischen Lebens oder der Erklärung wie da große Ganze zusammen passt.

Die beiden machen Die Bekanntschaft von allerhand kuriosen und freundlichen Zeitgenossen, darunter der Kapitän des Schiffes, den leider später ein paar Piraten ins Jenseits verfrachten. Der Bär und der Pastor stranden auf der kleinen russischen Insel Solovekche, wo der Pastor eine weitere bezaubernde Frau für sich einnehmen kann.
Diese verhilft ihm nicht nur zu einem gebrauchten Computer mit dem er nun in seiner freien Zeit das All Dank des SETI Programms nach fremden Signalen Absichten kann, sie verhilft ihm auch zur Flucht von der Insel als der etwas eigentümliche Pastor und sein Bär den Bewohnern doch allzu merkwürdig vorkommen.

Zu dritt landet man letztendlich nach ein paar Ereignisreichen Zugfahrten auf einem weiteren Schiff und mit diesem geht es nach Malta, wo sich ein finnischer Reisegefährte das Leben nehmen möchte, weil er es nicht schafft, im Mittelmeerraum finnische Saunen an den Mann zu bringen.

Der Pastor und sein Bär lösen auf einer ökomenischen Versammlung erst ein Blutbad aus, einen dadurch aber die sonst so streitlustigen Religionsführer und ernten so deren Dankbarkeit, nachdem die beiden zuvor einige unangenehme Stunden erdulden mussten...


Die äusserst knappe und vermutlich die besten und amüsantesten Episoden der Bären-Pastorenreise auslassende Zusammenfassung wird diesem Feuerwerk an kuriosen Einfällen natürlich nicht gerecht.
Arto Paasilinnas Bücher können nicht erzählt, sie müssen gelesen werden.
Denn e sind ja nicht nur die Geschichten und die liebenswert-verschrobenen Charaktere die den Leser garantiert für ihn einnehmen, es ist auch seine Sprache.

Wundervoll zu lesen und nie trivial, platt, aber auch nicht hochgestochen blasiert, eine wundervolle Sprache voller deftiger und ruppiger Schimpfworte und weichen Naturbeschreibungen.
Ein Buch voller Liebe unter einer dicken, stacheligen Schale von bärbeissigem Charme!

Und dazu wird unterschwellig und in keinster Weise aufdringlich auch hier wieder auf unprätentiöse Weise eine Moral vermittelt, die Aussage gemacht dass das Gute im Menschen vielleicht von aussen nicht immer sichtbar ist, aber gerade dann, wenn auf unnötige Geschwafel verzichtet wird, der weiche gute Kern viel aufrichtiger ist als gedacht.

Hier wird wie in allen Büchern von Arto Passilinna deutlich, wie eine echte Freundschaft aussehen kann und dass es nicht vieler Worte auch nicht lange Zeit braucht, um dieser gerecht zu werden.

Mit noch viel weniger Worten und Erklärungen kommen die amourösen Beziehungen zwischen Mann und Frau aus und auch hier ist der verschrobene Protagonist der Hahn im Korb, scheinen sich finnische, und hier russische, Frauen doch von wortkargen Griesgramen angezogen zu fühlen und so kommt der Pastor, was Zuneigung betrifft, nicht zu kurz.

Ein ruppiges, liebenswertes Buch über Freundschaft, den Glauben und natürlich Finnland.
Ein wirklich ganz tolles Buch!

Détails sur le produit

* Broché: 309 pages
* Editeur : Editions Denoël (7 juin 2007)
* Collection : Denoël & d'ailleurs
* Langue : Français
* ISBN-10: 220725819X
* ISBN-13: 978-2207258194

Mittwoch, 4. März 2009

la ferme africain von Karen Blixen


Ein Buch das wohl als Klassiker bezeichnet werden kann und wohl kaum einer, der zumindest den Titel nicht kennt, ist der gleichnamige Film doch schon zigmal im Fernsehen gelaufen.
Den Film hab ich früher auch einmal gesehen und erinnere mit wage, das Buch habe ich aber erst jetzt im Pariser Secondhand-Buchladen entdeckt.
Und war erstaunt.
Denn an Stelle einer blumigen und pittoresken Liebesgeschichte und mit filmischen Spannungsbögen ausgestatteter Hollywood Lebensgeschichte wehte mir direkt der Wind Afrikas entgegen.
Eines Afrikas das mit viel Liebe zu Land, Leuten und Detailrt´treue von der Autorin und Farmbesitzerin Karen Blixen beschrieben wird und in der diskret auf jegliche amourösen oder intimen Einblicke ins Seelenleben verzichtet wird.

Kein Buch für Frauen mit Sehnsucht nach Afrika also, sondern ein Bericht über ein Land dass an Hemingway erinnert, der die Autorin wie ich erfahren habe, verehrt haben soll.
Es ist auch kein Buch wie ein Film, es fehlen jegliche Einblicke in das Intimleben der Autorin, ihre Freundschaften zu Männern werden wie Freundschaften die bis ins Blut gehen beschrieben, aber niemals folgt eine Andeutung auf.. mehr.
Es ist ein Bericht. Voller Farben über das Leben in Afrika.

Vieles klingt nüchtern, manches zeitlich fern wenn die weisse Blixen von den Negern erzählt, aber der Respekt und die Achtung die sie diesen entgegen bringt, verhindert jegliche Distanz und bringt sie einem sympathisch näher, auch wenn sie immer mehr ein berichtender Reporter bleibt.

Das zumindest im ersten Teil des Romanes, der die Farm, das Land und das Leben auf der Farm beschreibt. Dies wie gesagt ehr in berichtender Form und nicht als Roman.
Der zweite Teil besteht dann aus einer Art Aufsätzen, Reflexionen über Land und Leute, ausgelöst durch Ereignisse und Episoden.
Und auch fast philosophische Gedankengänge werden aufgeworfen, angeregt durch Begebenheiten oder gehörte Geschichten.

Der dritte Teil ist der Teil des Abschiedes. Für eine Kaffeeplantage liegt die Farm etwas ungünstig und Heuschreckenplagen tun ihr übriges. Gemeinsam mit dem Leser nimmt Karen Blixen schon einmal Abschied von ihrer geliebten Farm und kann es dennoch bis zum Ende nicht realisieren, fort zu müssen.
Doch als am Ende alle Möbel verkauft ( nur von ihren Gläsern kann sie sich nicht trennen, haben sie und ihre Freunde doch daraus mitten im Busch Wein und Champagner getrunken und die schönsten Momente erlebt) sind und die Farm schon längst einen Käufer gefunden hat muss Abschied genommen werden.

Auch dies wird relativ unsentimental beschrieben, auch wenn man Blixens Schmerz herauslesen kann, sich von einem Teil ihres Herzens verabschieden zu müssen.

Es ist ein Buch dass Aufmerksamkeit erfordert und den Leser im Gegenzug mit einem Bild von Afrika belohnt dass fast schon lebendig ist.
Es ist eben kein Roman sondern eine Autobiographie, dazu eine die offensichtlich auf Detail- und Wahrheitstreue abzielt.
Ich kann verstehen dass dieses Buch damals einzigartig erschienen sein muss, unglaublich wichtig, gab es doch das Fernsehen mit seinen farbigen und mitreissenden Reportagen noch nicht.

Ich war überrascht dass es so anders ist als der Film, man erfährt so gut wie Nichts über die Geschichte vor der Zeit in Afrika, nichts über die Zeit danach, man erfährt nichts über ihr Leben als Ehefrau, Liebhaberin, nichts über ihre Familie, nichts über die Frau Karen Blixen.
Es ist die Farmbesitzerin und Betreiberin, die Verantwortliche für ein Stück Land und die Menschen und Tiere darauf die man kennen lernt, die die Autorin den Leser kennen lernen lässt.
Zwischen den Zeilen kann man vermuten welcher Freund ihr vielleicht am nächsten war, näher als sie auch nur andeutet, aber es ist alles so subtil, diskret und förmlich, dass es nur Spekulationen sind.

Wer also in schriftlicher Form das sucht was er auf der Leinwand gesehen und gespürt hat, wird vielleicht enttäuscht, das Buch war wohl lediglich Inspiration und Lieferant für Informationen.
Wer aber in das Leben einer Farmbesitzerin in Afrika, in eine andere Epoche eintauchen und dabei das Gefühl von Authentizität und fast objektiver Beschreibung haben möchte, der wird sehr viel Freude an diesem Buch haben.

Détails sur le produit

* Poche: 508 pages
* Editeur : Editions Gallimard (9 novembre 2006)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070425126
* ISBN-13: 978-2070425129

Freitag, 27. Februar 2009

Les fabuleuses aventures d'un Indien malchanceux qui devint milliardaire von Vikas Swarup

Dieses Buch hat mich sofort mit seinem Tempo, den tollen Dialogen, den unvorhersehbaren Wendungen und den wunderbar bildhaft beschrieben Details sofort gefesselt und mental nach Indien verfrachtet,

Die Geschichte ist grandios und schon beim Lesen hab ich gedacht, dass es einen Film davon geben müsste. Nun gibt es ihn und er hat einen Oscar gewonnen.
Ob ich ihn ansehen werde weiß ich nicht, ich glaube nicht, denn angesichts dieser fantastisch geschriebenen Vorlage kann ich eigentlich nur enttäuscht werden, wie ich es meist nach dem Sehen von zu Filmen adaptierten Büchern gewesen bin die mir ans Herz gewachsen sind.

Erzählt wird in verschiedenen Zeitebenen und Rückblenden das Leben eines jungen Inders, der bei der Fernsehsendung Wer wird Milliadär jede Frage richtig beantwortet hat.

Er selbst erzählt einer Anwältin und somit dem Leser sein abenteuerliches Leben, sein Werdegang vom Strassenjungen in den Slums zum Gewinner der spektakulärsten Sendung der Fernsehgeschichte Indiens und erläutert anhand all der Stationen, wie ihn das Leben selbst die Antworten zu den in der Sendung gestellten Fragen gelehrt hat, ihn, der nie eine Schule besucht und auch nicht Lesen oder schreiben gelernt hat, dafür aber, aufgrund einer Schicksalswendung in seiner Biografie, perfektes Englisch spricht.

Diese Biografie mit all ihren Wendungen und Schicksalsschlägen, den guten wie schlimmen Ereignissen fesselt den Leser, der nie ahnen kann was als nächstes geschieht, wie sich der Protagonist aus dieser verworrenen Situation befreit, wie es denn nun kommt dass er in der Sendung mit dem geleckten Moderatoren sitzt und vor allem, ob die Produktionsfirma den lieb gewonnen Erzähler tatsächlich des Betruges überführen und ihm so nicht nur seinen Gewinn vorenthalten sondern ihn auch für immer weg sperren kann.

Gibt es ein Happy End? Windet sich der Erzähler auch dieses mal mit Hilfe des Schicksals und seines guten Herzens aus der Bedrouille?
Der Leser wird es erfahren, auf der letzten Seite.

Ein so unglaublich spannendes Buch dass man es nach dem Lesen des letzten Satzes erst einmal zur Seiten legen und durchatmen muss.
Mit einem befriedigten Lächeln im Gesicht denn man ist gerade in den Genuss eines spannenden Meisterstücks gekommen, dass einen oft hat lachen und aber auch einen Blick in die von Armut und Eigenarten geprägte Seele Indiens hat werfen lassen.

Détails sur le produit

* Poche: 363 pages
* Editeur : 10 (2 août 2007)
* Collection : Domaine étranger
* Langue : Français
* ISBN-10: 2264045337
* ISBN-13: 978-2264045331

Un homme heureux von Arto Paasilinna



Oh, der vorletzte Arto Paasilinna Roman ist zu Ende und ich bin wieder einmal begeistert von meinem finnischen Lieblingsautor und seiner Macht, mich immer in so positive Stimmung zu versetzen und mir eine kleine Kopfreise in die Eigenarten von kauzigen Finnen zu erlauben.

Hier ist es ein kleines finnisches Dorf, das Schauplatz der amüsanten Geschichte wird.
Eine neue Brücke muss genau werden und ein Ingenieur reist deshalb an, ein Experte im Bau von Brücken, effizient, zielstrebig, intelligent und alles andere als kompromissbereit.
Mit seiner eigenen Art stösst er sehr schnell den Stadtführern gegen den Kopf und man versucht, ihm das Leben schwer zu machen.

Doch der Ingenieur ist ein liebenswerter finnische Sturr-Kopf und lässt sich nicht nur nicht beirren, er lässt sich auch nicht die Butter vom Brot nehmen und zum Horst machen lässt er sich schon gar nicht! Und so muss jeder der in den kleinen aber gemeinen Intrigen gegen ihn verwickelten Männern erkennen, dass mit ihm nicht zu spaßen ist.
Zwei Frauen hingegen verfallen seinem ruppig-lieben Charme und auch seine Arbeiter stehen alle Dank seiner Loyalität, seines Verantwortungsbewusstseins und seines Gerechtigkeitssinns wie ein Mann hinter ihm.

Und so gelingt den Ingenieur nicht weniger als die Komplette Wandlung des stillen Dorfes in eine wirtschaftlich brummende kleine Innovations-Schmiede die sogar einen eigenen Anschluss an das Eisenbahnnetz erhält.

Dass unser Ingenieur am Ende nicht nur über seine Fabrik herrscht sondern auch die Geschicke der ihm ans Herz gewachsenen Stadt lenkt ist nur gut für diese, für die ehemals herrschenden Traditionalisten und Grundbesitzer aber ein Affront und Grund, sich nach und nach geschlagen davon zu machen.

Was bleibt sind ein Haufen engagierter und liebenswerter Finnen, zwei Frauen die sich nicht nur einen Mann sondern auch die Organisation des Alltages teilen, viele rührend bewältigte Einzelschicksale und ein paar Stunden grandios amüsanter und das Herz erwärmender Lesespaß.

Détails sur le produit

* Poche: 259 pages
* Editeur : Editions Gallimard (1 février 2007)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070343707
* ISBN-13: 978-2070343706

Montag, 23. Februar 2009

De l'eau pour les éléphants von Sara Gruen


Eines der letzten Fundbücher aus dem Secondhand-Buchladen. also eines der Schätze, deren Wert man erst beim Lesen entdeckt, weil keinerlei Vorwissen oder fremde Wertungen vorhanden waren.
Bei diesem Buch war es das schöne Format und das reizende Cover und anschliessend der kurze Klappentext dass es sich um einen Zirkus im Amerika der 30er Jahre handelt, der Zeit der großen Wirtschaftskrise.

Und ich bin so froh um dieses Buch, denn es so gut, dass ich die 400 Seiten in zwei Abenden mit ganz viel Vergnügen gelesen hab, hinein gezogen in die bunte und harte Arbeitswelt eines Zirkuses zu Zeiten der großen finanziellen Not, wo Tiere und Artisten oft hungern müssen und unbrauchbar gewordene Arbeiter oft heimlich Nachts aus fahrenden Zügen geworfen werden.

Erzählt wird die Geschichte des Zirkus und seiner bunten Belegschaft von Jacob, der mit über neunzig Jahren in einem Altenheim sitzt, frustriert über die Entmündigung die man an ihm vollzogen an und der demütigen Art, wie man ihn, einem Kind gleich in dem Heim behandelt.
Er ist verärgert über das oft dumme Geschwätz seiner Mitpatienten und wartet eigentlich nur sehnsüchtig darauf dass endlich einer seiner für ihn schon gar nicht mehr überschaubaren Nachkommen kommt um ihn zum Zirkus zu bringen, der vor dem Heim seine Zelte aufgeschlagen hat.

Rückblickend erzählt Jacob seine Geschichte.
Wie er kurz vor der Prüfung zum Veterinär einen Black Out hatte, wie er nach dem tragischen Tod seiner Eltern ziellos umherirrt und sich dem Zirkus anschliesst, der ihn als Hilfskraft und Tierarzt anstellt.
ER erzählt aus dem harten Alltag hinten den Kulissen der glitzernden Zirkuswelt und von der Liebe die er schon bald für die schöne und herzensgute Dressurartistin Marlene empfindet.

Er erzählt auch von dem skrupellosen Zirkusdirektor und dem cholerischen August, Marlenes Mann, von dem alten alkoholkranken Camel, dem einsamen Zwerg Walter und all den anderen Existenzen die mit dem Zirkus zu überleben versuchen, denn in Zeiten der großen Wirtschaftskrise zählt jeder Tag mit vollem Magen als guter Tag.

Jacob verliebt sich nicht nur in Marlene, auch die Elefantendame Rosie, die als Konkursmasse eines anderen Zirkuses in seine Obhut übergeht erweicht sein Herz.
Und als es zwischen Marlene und ihrem Mann immer schlimmer wird, die Gesamtsituation des Zirkus sich immer mehr ins Unerträgliche steigert, muss Jacob sich was einfallen lassen und einen drastischen Schritt wagen...

Erzählt wird alles immer in Rückblenden aus der Sicht des alten Jacob und die Passagen in denen er ernüchtert und von Altersdemenz geplagt im Heim sitzt, sind genauso ergreifend wie die Erlebnisse im Zirkus. Und sie sind noch bewegender denn jeder der je mit offenen Augen in einem Altenheim war, kann nachfühlen wie die Leute sich dort fühlen.
Oft entmündigt, oft einfach missverstanden. Hilflos ihrer eigenen Gebrechlichkeit gegenüber, dem Entfallen wichtiger Erinnerungen, dem Unvermögen das Gegenwärtige umfassend aufzunehmen und die Vergangenheit ruhen zu lassen.

Jacob hat sein Leben im Zirkus verbracht und nun sitzt er am Fenster eines Altenheimes einem weiteren gegenüber, spürt eine fast unerträgliche Sehnsucht und keiner seinen unzähligen Enkel oder Kinder kommt um ihn dorthin zu bringen.
Und so nimmt Jacob am Ende des Buches all seine verbliebene Kraft zusammen und sein zeit seines Lebens starker und zielstrebiger Charakter verschafft ihm und dem Leser ein wunderschönes Happy End, einen Vorhang der nur nach einer verzauberten Zirkusvorstellung schöner fallen kann.

Ein wundervolles Buch, warmherzig und flüssig zu lesen geschrieben, wundervolle Dialoge und bildhafte Beschreibungen einer vergangenen und harten Welt voller Arbeit und Schweiß hinter dem Glanz.

Détails sur le produit
Broché: 402 pages
Editeur : Albin Michel (9 mai 2007)
Collection : LITT.GENERALE
Langue : Français
ISBN-10: 2226177175
ISBN-13: 978-2226177179

Freitag, 20. Februar 2009

all families are psychotic von Douglas Coupland


Ich hab vor ganz vielen Jahren Generation X von Douglas Coupland gelesen und es nicht besonders gemocht. Vielleicht war es aber der falsche Zeitpunkt und ich sollte es noch einmal lesen, denn DIESES Buch von ihm, über das ich in meinem geliebten Secondhand-Buchladen gestolpert bin ist GRANDIOS!!

Ein schnelles Familien-Roadmovie mit tollen Dialogen und unvorhersehbaren Ereignissen, jeder Menge Krankheiten und aufgestauten Aggressionen, aber auch Momenten der Wärme und Fürsorge.

Viel will ich gar nicht verraten, denn das Buch lebt von seinen vielen Überraschungsmomenten. Ein buch wie ein Film, dessen Plot kurz beschrieben folgender sein könnte:

Eine AIDS kranke Mutter in den Sechzigern findet sich plötzlich mit ihrem ebenfalls HIV positiven Sohn (bei dem sie sich angesteckt hat als eine Kugel, abgefeuert von ihrem Ex-Mannn auf seinen Sohn weil dieser ihn unwissentlich mit seiner Freundin betrogen hat, seinen Körper durchschlägt und halt mit Blut beschmiert die Lunge der Mutter trifft...), ihrem cholerischen Ex-Mann (mit dessen Freundin sie sich genau so anfreunden wird wie mit der tief religiösen Freundin von Sohn Nummer eins) und einem weiteren Sohn (dessen Freundin SHW heisst, schwanger ist und das Baby heimlich verkaufen will) auf der Jagd nach einem Brief den Prince Harry an seine verunglückte Mutter, die Prinzessin von Wales geschrieben hat um diesen für viel Geld an einen kriminellen Deutschen auf den Bahamas zu verkaufen während ihre einhändige Tochter (Folge von Medikamenten in der Schwangerschaft...) als Astronautin bei der NASA im All Experimente durchführt und ihren Mann mit einem Kollegen betrügt, dessen Frau wiederum eine Affäre mit ihrem Mann hat...

Eine Familie voller kaputter Biografien und Macken, eine Familie voller Brüche und Kittstellen. Eine Familie, so psychotisch wie jede andere...

Kompliziert? Nein, beim Lesen überhaupt nicht. Auch nicht zu bizarr. Einfach spannend und wirklich ganz ganz toll zu lesen!!


Produktinformation

* Taschenbuch: 288 Seiten
* Verlag: Flamingo; Auflage: New Ed (1. Juli 2002)
* Sprache: Englisch
* ISBN-10: 0007117531
* ISBN-13: 978-0007117536
* Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,8 x 2 cm

Mittwoch, 18. Februar 2009

Le Fils du Dieu de l'orage von Arto Paasilinna


Oh je, mein vorletztes Buch von Arto Paasilinna das noch ungelesen bei mir im Regal stand. Ich hoffe, es gibt inzwischen neue, denn wie zu erwarten war auch dieses Buch wieder grandios und vor allem nach meinem kleinen Schock über so viel Gewalt und Boshaftigkeit im letzten (la douce empoisonneuse), tat es gut, wieder das raue aber gutmütige finnische Herz auf fast jeder Seite schlagen zu hören.
Und natürlich eine aberwitzige Geschichte, ungemein originell aber dennoch nicht albern oder surreal, ein perfekter Arto Paasilinna!

Im fils du dieu de l´orage geht es um eben jenen, den Sohn des höchsten finnischen Gottes, den Donnergott.
Nur weiß leider kaum noch ein Finne etwas über ihn oder die anderen Götter, schon lange wird nicht mehr den alten Traditionen gefolgt und den alten nordischen Göttern gehuldigt, nein, man glaubt an einen Neuankömmling namens Jesus, wenn überhaupt.

Ja, was überhaupt?
Um eine Bestandsaufnahme über den aktuellen Glaubensstand in Finnland zu machen schickt der Donnergott seinen Sohn Rutja auf einem Blitz zur Erde, mit der Mission betraut Erkundigungen einzuziehen um dann umgehend mit der Bekehrung zum wahren finnischen Götterglauben zu beginnen.

Auf der Erde trifft Rutja auf den kleinlauten und etwas frustrierten Antiquitätenhändler Sampsa, der von Frauen, nämlich seiner Schwester, seiner Irgendwie-Geliebten und seiner Angestellten gepieksackt wird und der selbst gegenüber dem ihm zur Pacht verpflichteten Nachbarn nicht das Wort erheben kann.

Nachdem er einen kleinen grimmigen Fetisch gefunden hat erinnert er sich an seinen Vater und dessen Huldigung des alten Götterglaubens und Sampsa beschliesst, den Göttern eben jenen Fetisch zu schenken und dazu noch eine ordentliche Portion Alkohol.
Und so trifft er im Wald auf den Gottessohn Rutja, der ihm von seiner Mission erzählt und der Notwendigkeit, zur Bekehrung der Finnen nicht in seiner etwas arg imposanten, behaarten Gestalt aufzutreten sondern am besten im etwas kärglichen Körper von Sampsa.

Und so tauschen die beiden Männer ihre Körper und dann auch ihre Leben, während Sampsa sich in Ruhe zum Lesen in sein Zimmer zurück zieht, fährt Rutja in die große Stadt Helsinki zum Antiquitätenladen um die Lage zu sondieren und seine Mission zu beginnen.

Der gute Göttersohn muss dabei aber erst mal einiges über die Menschen und ihre Eigenarten und Sitten lernen, und es wird sehr lustig.
Und auch wenn ein paar Menschen vom Blitz getroffen werden müssen bis die ersten treuen Jünger gefunden sind, der Aufwand lohnt, denn schon bald hat Rutja eine sympathische schar von lieben Finnen um sich versammelt, die ihm helfen wollen, die gute alte finnischen Göttern wieder in das Bewusstsein der Finnen zu rücken.
Mit Hilfe eines hochqualifizierten Werbeagenturbesitzers und seiner ihm allmählich verfallenen Steuerprüferin, eines etwas verrückten Psychiaters und zwei marxistischen Handwerkern beschliesst Rutja in Sampasa Landhaus eine Klinik für Verrückte zu errichten, denn hat nicht schon Jesus mit seinen Wunderheilungen Unzählige bekehrt?
Und er verfügt mit seinen Blitzen über eine hervorragende Möglichkeit, mit gezielter Dosierung so einiges wieder gerade zu rücken.
Und Rutja ist nicht dumm, er beobachtet und erkennt schnell und stellt so fest, dass bei den Finnen der Wahnsinn, die Depression und der Trübsal mit die größten Übel sind.
Und dass der Glaube der Finnen an Jesus und seinen Papa auch nicht besonders stark verankert sind.

Und so heilt Rutja in zwei Tagen mehr Kranke als Jesus in zwei Monaten (aber Jesus war ja auch kein Finne...), zaubert ein Lächeln in die Gesichter von ehemals deprimierten, bringt Ordnung und Klarheit in die Geister der Verwirrten und beruhig die Hysteriker. Und alle danken es ihm mit tiefer Anbetung.

Rutja stellt auch Gebote auf, reduziert auf das Wesentliche und sechs an der Zahl, die er auch erklärt, die ich aber nur zusammen fasse:

Fürchte und Achte den Sturm
Tue den Kleinen nichts zu Leide
Beschütze das Leben
Respektiere die Alten
Verhalte dich menschlich und human
Gebe nicht auf (gut zu sein)

Wundervoll, oder? Die Essenz, des christlichen, des buddhistischen und allem denke ich, auch wenn Rutja nur einen grundguten und anständigen Finnen zum Ziel hat, sollte jeder Erdenmensch so handeln...

Jedenfalls heilt Rutja so erfolgreich alle mental angeschlagenen Finnen, dass das Gesundheitssystem Gefahr läuft, obsolet zu werde.
Und der Werbeagenturbesitzer bemerkt mit Entzücken, dass niemand sich besser eignet um Überzeugungen unters Volk zu tragen wie geheilte Kranke...
Am Ende gibt es noch ein paar internationale Verwicklungen, der Gottessohn zeugt mit einer Erdenfrau ein Kind und die Finnen stehen als einziges Volk ohne Verrückte da.

Ein GRANDIOSES Buch. Und diesmal sogar mit einem ganz tollen moralischen Mehrwert!!
:o)


Détails sur le produit

* Poche: 293 pages
* Editeur : Gallimard (14 novembre 1995)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070393828
* ISBN-13: 978-2070393824

Sonntag, 1. Februar 2009

La Constante de Hubble von Stephanie Janicot


Ein Zufallstreffer, wieder einmal erzielt in meinem Lieblings-Secondhand-Buchladen im Quartier Latin.
Ein Buch das vielleicht ein Frauenroman ist, aber das urteile ich nur ganz vorsichtig weil das große Thema dieses Buches Beziehungen und ihre Auswirkungen auf die eigene Persönlichkeit, die Entwicklung sind. Beziehungen und die Fragen von Kompromissen, Wünschen, Idealen. Und das sind glaub ich ehr Themen, mit denen Frauen sich auseinandersetzen.
Weil sie die Selbstreflektion und das Nachdenken über Ungemütliches nicht so sehr scheuen vielleicht...weil sie sich gerne weiterentwickeln und wissen dass man sich oft nur aus Krisen stärkt und weiter kommt...vielleicht.

Vielleicht ist es aber für Männer genau so interessant, denn das Buch ist flott geschrieben, eingeteilt in viele Kapitel die die Gedanken und Leben der vielen Charaktere wieder geben.
Nirgendwo wird lange schwadroniert oder philosophiert, Erkenntnisse werden pragmatisch gewonnen und, das ist nebenbei bemerkt erstaunlich gut gelungen an diesem Buch:
der Leser wird en passant in die astronomischen Grundlagen unseres Lebens eingeweiht, lernt Theorien in der Wissenschaft und erfährt warum es eigentlich doch sehr wahrscheinlich ist dass wir auf unserem Planeten die einzigen Lebensformen unseres Schlages im Universum sind

Denn einer der Personen ist Astrophysiker und erklärt seiner Tochter und den anderen mit wunderbar zugänglichen Worten all die aus Zufällen (oder Determination?) bestimmten Faktoren die zu unserer Entstehung geführt haben, all die unzähligen Bedingungen die erfüllt werden müssen um eine Lebensform wie der unseren entstehen zu lassen.

Aber diese ernste Materie, die dem Buch auch den Titel gab ist nicht dominierend, auch Leser die sich mit Astronomie, Physik und Zahlen sehr, sehr schwer tun, werden nicht aufstöhnen und sich durch Kapitel quälen, im Gegenteil. Denn vermutlich wird man es erstmals verstehen und staunen, und wen nicht, dann bleibt noch die zentrale Geschichte, der Kern des Buches.

Dieser ist die Geschichte von Juliette, einer wunderhübschen Mutter von vier Kindern die eines Morgens der verlassenen Geliebte ihres Mannes die Tür öffnet und erfahren muss, dass ihr immer so von der Arbeit in Anspruch genommene, erfolgreiche Ehemann auf allen Dienstreisen und während der angeblichen Überstunden unzählige Affären absolviert.
Juliette ist geschockt.
Zum Glück sind ihre besten Freundinnen da: die lesbische Malerin Louise und die erfolgreiche Scheidungsanwältin Alma.
Gemeinsam mit diesen, Almas 16 jährigen Tochter Sybill und den vier Kindern beschliessen die Frauen in die Provence zu reisen, für die gesamten Ferien von 3 Monaten ein Haus zu bewohnen was der in den Staaten verheiratet lebenden Geliebten von Louise gehört.

Und die vom untreuen Thomas verlassene Theo kommt auch mit, denn diese steht unter Schock, wurde von Thomas genauso getäuscht wie Juliette und steht wie diese vor der großen Frage was jetzt kommt, ob da überhaupt noch etwas kommt.

Der Aufenthalt in der Provence schweißt die Frauen auf der einen Seite zusammen, sie helfen sich gegenseitig bei der Erfassung ihrer Situationen, aber die Stärke liegt in den stummen Gedanken, den Briefen und Tagebucheinträgen oder den Monologen die sie führen.
Jede der Frauen und der Heranwachsenden Mädchen, Sybill und Justine, der ältesten Tochter von Juliette.
Dazu kommen dann wie Schmetterlinge ein paar Männer, Sybill verliert ihre Unschuld, Juliette tanzt beim Dorffest den Klammerblues und auch Arno, der Vater von Sybill, Almas geschiedener Mann und Astrophysiker besuchen die Kolonie von Frauen und gemeinsam kommt jede einzelne von Ihnen weiter in ihrem Wachsen.

Thomas weilt indessen in Paris, nutzt die Freiheit um noch ein paar Mätressen zu beglücken und fühlt sich vollkommen im Recht und verletzt in seinem Stolz.
Eine Scheidung, wie von Alma knallhart aufgesetzt, mag er nicht unterschreiben, er ist sich sicher Juliette zu überzeugen dass es für alle das beste ist, weiter zu machen wie bisher.

Doch kann Juliette das? Sie die 12 Jahre mit Thomas verbracht hat, ihn irgendwie liebt, Kinder mit ihm hat, deren Leben sich auch auf ihn ausgerichtet hat, die sich an ihn gewöhnt hat, kann sie ihn verlassen?

Bis zur letzten Seite, bis zum letzten Satz bleibt diese Frage offen denn hingegen einer oberflächlichen Analyse der Situation ist diese komplex und auch wenn der erste Reflex ein empörtes: Verlass ihn! ist, so wird klar dass Beziehungen verschiedenen Regeln folgen, dass jede Beziehung andere Maßstäbe und Parameter birgt, andere Prioritäten und Level.
Und dass das wichtige ist, zu erkennen was man selber bereit ist zu fordern.

Ich habe das Buch verschlungen. Es ist ganz toll geschrieben, liest sich leicht, ist aber ein Buch mit Tiefe, einer sehr sehr angenehmen Tiefe.
Man bedenkt unweigerlich seine eigene Beziehung, bzw. seine Einstellung zu Beziehungen und wie man sie selbst führen möchte oder vielleicht muss um Erfüllung in ihr zu finden.
Ein Buch mit manchmal ernüchternden Erkenntnissen die dann aber positiven Aha-Momenten weichen.
Ein wirklich tolles Buch.
Und ich werd wohl nicht mehr sagen: Es ist unwahrscheinlich dass wir Menschen die einzigen Lebewesen unserer Art in einem derart großen Universum sind...
:o)

Détails sur le produit
Poche: 338 pages
Editeur : LGF (17 novembre 2005)
Collection : Le Livre de Poche
Langue : Français
ISBN-10: 2253114901
ISBN-13: 978-2253114901

Donnerstag, 29. Januar 2009

La douce empoisonneuse von Arto Paasilinna


Ein weiterer Roman von Arto Paasilinna der mich natürlich nicht enttäuscht hat. Aber ein wenig erschreckt, angesichts der dort vorherrschenden Gewalt, die einige der Personen in tarantinohafter Selbstverständlichkeit an den Tag legen.
Somit ist dieser Roman nicht typisch Arto Paasilinna wie ich finde, denn sonst steht beim ihm eine raue und ehrliche, naturverbundene und manchmal grobe Harmonie im Vordergrund.
Hier spritzt Blut, Katzen und Schweinchen werden kaltblütig umgebracht und aus Spaß wird ebenso oft und leichtfertig der ein oder andere ins Krankenhaus befördert.

Die drei bösartigen Gewalttäter sind ein Trio aus jungen Männern, einer von ihnen der Neffe der alten Linnea Ravaska.
Diese lebt etwas abgelegen mit ihrer Katze in einer kleinen Hütte und fürchtet sich den ganzen Monat über vor dem Eintreffen ihrer Rente.
Denn pünktlich zu dieser taucht auch der gemeine Neffe mit seinen zwei kriminellen Kumpanen auf und gemeinsam terrorisieren sie die Alte und nehmen sich was sie brauchen.-

Als sie es einmal ganz besonders arg treiben flüchtet Linnea in die Stadt, zu ihrem Jugendfreund, einem Arzt im "eigentlichen" Ruhestand.

Dort fasst sie einen Plan: sie mischt sich aus allerlei giftigen Zutaten ein unwiederbringliches und tödliche Serum, dass sie, im Falle einer Bedrohung schnell und schmerzlos ins Jenseits befördert.

Denn Linnea ahnt dass ihr Neffe und seine blutrünstigen Freunde sie nicht in Ruhe lassen werden, besonders nicht nachdem sie ihnen (erfolglos) die Polizei auf den Hals gehetzt hat.

Und die drei machen sich schnell auf die Suche nach der Alten, die vielleicht sogar noch was zu vererben hat und darum besser jetzt als gleich mit dem Leben abdankt.
Doch das von Linnea zusammengemischte und immer in einer allzeit bereiten Spritze herumgetragene Gift trifft nicht ihre eigene Vene, sondern, ehr aus Versehen, immer die der Verfolger.

Bis am Ende nur noch der in Rage nach ihrem Leben trachtende Neffe übrig bleibt und es zu einem spektakulären Show Down kommt...


Ein Buch voller Spannung, Blut, Unvorhersehbarkeiten aber auch der Arto Paasilinna typischen menschlichen Wärme und des großartigen Humors.
Es ist mir etwas zu "gemein" gewesen um es genauso zu lieben wie die anderen Bücher meines finnischen Lieblingsautoren, aber es ist dennoch ein grandioses Buch, ein atemberaubendes Lesevergnügen und definitiv originell!!

Détails sur le produit

* Poche: 254 pages
* Editeur : Editions Gallimard (13 mars 2003)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070425770
* ISBN-13: 978-2070425778

Vacances indiennes von William Sutcliffe


Dave möchte ein Mädchen für sich gewinnen. Und er möchte wie alle seiner Generation die paar Monate zwischen Schule und Studium irgendwie sinnvoll, aber auch irgendwie amüsant verbringen.
Also glaubt er, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können und fliegt mit der Feundin seines Freundes James für drei Monate nach Indien.
Denn Liz nimmt es mit der Treue nicht so genau und Indien wird den Horizont schon erweitern.

Leider läuft alles ein bisschen anders. Liz ist zwar zu ein paar körperlichen Annäherungen bereit, aber zu mehr auch nicht und darüber hinaus ist sie sofort hin und weg von dem selbsternannten Experten für "alternative" Indien-Bereisungen, J., der, wie alle Propheten des einzig waren Reiseweges streng nach der Bibel des Lonely Planet lebt.

Und so muss Dave schnell feststellen das Liz nervt, J und die anderen Rucksacktouristen noch mehr und vor allem: dass es irgendwie eine einzige Heuchelei ist, die Art wie diese Indien bereisen, um jede einzige Roupie feilschen, sparen, sparen, sparen wollen und eigentlich nur unter sich bleiben. Denn das Indien da draussen besteht nur aus Bettlern und Halsabschneidern, Krankheiten und Unbill.

Das wahre Indien wird also bewusst übersehen, man lebt in einem Mikrokosmos aus Gleichgesinnten inmitten einer unübersichtlichen, schmuzigen und von Gefahren gespickten indischen Welt, fern von zuhause und doch den Überblick über alles bewahrend.

Dave geht mehr und mehr seinen eigenen Weg, wird leider durch den unvorsichtigen Genuss eines Hamburgers verdammt krank und schildert die Symptome bis ins eklige Detail.

Darüber hinaus wird der Leser zum Teilhaber seines Erkenntnisgewinns, man entwickelt wie er ein Bewusstsein über die Abstrusität der ach so aufgeschlossenen Rucksacktouristen mit ihrem Reiseführer in der Hand, die sich an dem abgelegensten Orten wie vom Licht angezogene Motten an einer Lampe sammeln und die meiste Zeit am liebsten mit sich selbst und ihresgleichen verbringen.

Dazu die obligatorischen Mädchen die es chic finden, sich einem Guru in einem Ashram anzuschliessen, zu meditieren und dabei in eine Welt entrücken, die doch ehr fragwürdig ist.

Dave aber möchte mehr, nur weiß er selbst noch nicht genau was, das typische Problem eines Heranwachsenden auf der Suche nach sich selbst.
Aber dann lernt Dave Menschen kennen die innerlich ruhig sind und er wird sich immer mehr seiner selbst bewusst und auch sein Bild von Indien ändert sich.

Er wächst und verändert sich, so dass er im letzten Teil des Buches, zurück in London merkt dass er ein anderer geworden ist, auch in seinem Umgang mit anderen.

Das Buch erinnert ein klein wenig an Nick Hornby, ist aber nicht ganz so gut. Ein feines Lesevergnügen ist es trotzdem, gerade wegen Daves "kritischen" Alters zwischen Teenager und Erwachsenen und den bissigen Beobachtungen der "alternativen" Reiseszene.

Détails sur le produit

* Poche: 308 pages
* Editeur : 10 (1 mars 2005)
* Collection : Domaine étranger
* Langue : Français
* ISBN-10: 2264039175
* ISBN-13: 978-2264039170

Freitag, 16. Januar 2009

Le Pingouin von Andreï Kourkov


Was für ein grandioser Glücksfall, dieses Buch in meinem Pariser Lieblings Secondhand-Buchladen gefunden zu haben!
Eine kuriose Mischung aus Paul Auster und Arto Paasilinna hab ich gedacht, aber vermutlich ist das ungerecht, denn Andrei Kourkov hat mit dem Pinguin etwas wunderbar originelles geschaffen.

Die Geschichte von Viktor, der sich, weil die Frauen doch immer wieder sang- und klanglos aus seinem Leben verschwinden einen Pinguin in die Wohnung holt den der Zoo aus Geldmangel hergeben muss ist schon toll.

Wie Viktor dem deprimierten Pinguin Micha Abends und Morgens eingefrorenen Fisch in seinen Napf legt und ihm eine Wanne mit kaltem Wasser einlässt um sich daran zu erfreuen dass Micha zumindest manchmal zumindest halbwegs erfreut ist und wie er, eben einem Charakter aus dem finnischen Arto Paasilinna Universum gleich, sachlich und ruhig Kontakte zu Aussenwelt pflegt ohne kalt oder abgestumpft zu erscheinen, machen diesen Charakter liebenswert.

Und irgendwie...osteuropäisch, zumindest finde ich in der Art wie er und die anderen Bewohner Kievs und der Umgebung miteinander umgehen, sehr anders, man ist aufrichtig und ehrlich, man duzt sich schnell, trinkt gerne Kaffee (und Wodka) miteinander, es gibt keine Intrigen, dafür manchmal die schonungslose harte Wahrheit, Menschen sterben und nehmen das selbst in Kauf. Das Leben ist nicht dafür da um vor dem Tod Angst zu haben und zu lamentieren. Leben leben und den Tod sterben, irgendwie.

Mit dem Tod hat auch Victors neuer Job zu tun, der als Schriftsteller auf keinen grünen Zweig kommt: er verfasst Nachrufe auf Vorrat. Er bekommt von seinem Chefredakteur über Mittelsmänner Dossiers über Prominente oder andere wichtige Persönlichkeiten, verfasst aus diesen kurzen Biografischen Anhaltspunkten stimmungsvolle Nachrufe und wird dafür gut bezahlt. Merkwürdiger Weise sterben die ausgewählten Personen sehr schnell und ihre Nachrufe erscheinen in der Zeitung...und mit der Zeit kommt entdeckt Victor, dass auch die Todeszeitpunkte schon vorher festgelegt werden...
Und es sterben immer mehr Menschen und auch die mitten in der Nacht auf seinem Küchentisch auftauchenden Nachrichten beunruhigen ih, ist die Tür doch immer von innen verschlossen..

Und was haben die Andeutungen seines Redakteurs zu bedeuten? Wer sind die Männer die ihn beobachten, warum verdient Micha der Pinguin plötzlich mehr Geld als er wenn er auf Beerdigungen "auftritt" um diesen "Klasse" zu verleihen?
Warum soll ein Pinguin auf einer Beerdigung erscheinen?
Fragen die Victor nicht in den Wahnsinn treiben aber auf deren Antworten er so gespannt ist wie der Leser.

Ohne Zweifel ein Krimi, der n seiner nüchternen und zuweilen surealer Abfindung mit dem Unmöglichen schon sehr an Paul Auster und die New York Trilogie denken lässt.
Aber dann sind da die menschlichen Aspekte, die Bekannten die Victor trifft, Freunde die einem nach einem gemeinsamen Kaffee und einem Abend voller gutem Essen bis in den Tod treu zur Seite stehen.

Wie bei Arto Passilinna, wo auch die Bösen Menschen nie auf Schmerzen oder grausames Blutvergiessen aus sind, sondern einfach ihren Job machen.
Und auch dass man sich umeinander kümmert, dass man Bitten äussert und dass diese Gefallen auch erfüllt werden, egal was kommt und egal was es auch sei.

So nimmt Victor früh die kleine Sonia bei sich auf und es ist keine Frage, dass sie nach dem Tod ihres Vaters bei ihm bleibt.
Und als Micha krank wird und der Pinguin ein Spender-Herz braucht, ist auch hier keine Überlegung notwendig, was zu tun ist.

Natürlich lässt die wunderbare stumme Beziehung die Victor zu Micha dem Pinguin pflegt an die von Vatanen und der Hase bei Arto Paasilinna denken.

Das Ende dann wieder Paul Auster: ein spannendes Final und eine Pointe, die im letzten Satz den Leser noch einmal den Atem anhalten lässt.
Ein PERFEKTES Lesevergnügen, zwei lange Abende lang.

Die Geschichte ist flott und spannend geschrieben, die Sprache manchmal nüchtern und ruhig, aber nie trocken, einfach oder trostlos. Es geht eine Melancholie voller Hoffnung und Lebenswillen von ihr aus, eine fehlendende Furcht vor dem Tod der doch viele der Charaktere umgibt. Man geniesst das Leben mit den Mitteln die man hat, man lebt ehrlich. Versprechen werden eingehalten und nicht gebrochen, allerdings auch nicht diejenigen, die etwas Unheilvolles verkünden.

Ein Buch dass einen irgendwie in die Ukraine versetzt, vor dem Fall der Sovietrepublik, viele Informationen über das Land und die Gepflogenheiten werden en passant vom Übersetzer als Fußnoten eingestreut. Dazu diese Geisteshaltung, die dem lauten, breit grinsenden und irgendwie sacherinsüßen Optimismus der Amerikaner entgegensteht aber auch dem Gejammer in unseren privilegierten Breitengraden.
Es zeigt die wunderbare raue aber herzliche Seelen derer die nicht viel haben aber auch das noch bereitwillig mit einer guten Bekanntschaft teilen wenn der Abend dadurch schön wird. Den Moment geniessen.

Ein tolles Buch. Ein Krimi, eine Komödie, ein Beispiel für eine bewundernswerte Geisteshaltung.
Verrückt aber nicht abgedreht. Sureal aber nicht gruselig.
Ein ganz tolles Buch!

Détails sur le produit

* Poche: 288 pages
* Editeur : Seuil (2 avril 2004)
* Collection : Points
* Langue : Français
* ISBN-10: 2020477815
* ISBN-13: 978-2020477819

Haut de gamme von Candace Bushnell


Ah, ich liebe es, wenn man ein Buch mit der Erwartung anfängt, einfach ein paar heitere Stunden zu geniessen und sich von leichter Unterhaltung zerstreuen zu lassen und dann doch mit einem Werk konfrontiert wird, das en passant Fragen aufwirft und Erkenntnisse zu Tage fördert, die einen kurz Innehalten lassen.

So war es bei der Teufel trägt Prada und so ist es auch bei dem dritten Roman der Sex and the City Autorin Candence Bushnell: Haute de Gamme.

Ein Buch über das Leben in der New Yorker High Society, ein Buch über Schein und Sein, die anstrengenden Bemühungen seine Rolle auszufüllen, mit den richtigen Leuten zur richtigen Zeit "befreundet" zu sein, daran zu arbeiten Kontakte zu knüpfen, sich seiner Ziele bewusst zu werden und diese mit viel Kraft und Konzentration zu verfolgen.

Und so wirkt das Leben des Topmodels Janey Wilcox gar nicht mehr so rosig und einfach, zwischen Champagner und Burberry warten menschliche Dramen und viel, viel Einsamkeit.
Jeder kämpft für sich und das aber in einer Gesellschaft aus unzähligen Mitläufern, jeder bestrebt so viel vom Kuchen zu bekommen wie möglich und das am besten mit einem perfekten Bild nach aussen.

Das Buch erinnert schon schnell an den Großen Gatsby von Scott Fitzgerald, der mich damals in der Schule ehr gelangweilt hat. Dieses Buch hat mich gefesselt, auch wenn die Welt die es beschreibt mir fremd ist und auch nichts von der heiteren und mit Frauenfreundschaften Atmosphäre von Sex and the City hat.

Hier ist die Einsamkeit und der Eigennutz das dominierende Element im glitzernden Leben, ein Leben im goldenen Käfig, das man schon bald nicht mehr beneiden kann.
Gerade weil die Menschen, die ein Leben an der Oberfläche führen und dabei versuchen alle Regeln der unbarmherzigen Society zu befolgen und den neuesten Moden und Trends Folge zu leisten nicht dumm sind.
Aber kann man aus seinem Leben das man sich einmal ausgesucht hat oder das andere schon von Geburt in einen gewissen Kreis für einen gewählt haben, ausbrechen? Die Furcht vor Einsamkeit und gesellschaftlichen Abstieg ist gewaltig.
Und dieser lauert hinter dem kleinsten Fehltritt und hinter den allgegenwärtigen Intrigen.

Ein Buch das mir sehr, sehr gut gefallen hat. Auch wenn es keines der Bücher voller guter Gedanken und Optimismus ist die ich sonst so liebe. Ehr das Gegenteil. Aber ein gutes Buch nichts desto Trotz.

Ich bin SO froh mir in keiner Weise einen Kopf über solche Dinge machen zu müssen, bin so froh über meine Freunde die mich nehmen wie ich bin. So froh, um meine Freiheit, Freiheit vor fremdbestimmten Zielen und Rollenbildern, einer Freiheit, die die Personen die sich diese eigentlich leisten könnten, vollkommen verloren haben.
Und über den Inhalt hinaus ist das Buch auch von der Sprache her ganz wunderbar, flott geschrieben und trotzdem nicht trivial.
600 Seiten die sich in wenigen Tagen verschlingen lassen.
Und vielleicht lese ich bei Gelegenheit noch mal den großen Gatsby, vielleicht gefällt er mir jetzt besser...
:O)

Détails sur le produit

* Poche: 602 pages
* Editeur : LGF (24 mai 2006)
* Collection : Le Livre de Poche
* Langue : Français
* ISBN-10: 2253117234
* ISBN-13: 978-2253117230

Dial M for Merde von Stephen Clarke


Oh je. Ich glaube Stephen Clarke braucht eine Pause. Denn dieser Roman liegt ganz weit hinter den ersten beiden Teilen aus dem Leben des Engländers Paul West im Land der Franzosen.

Ich habe mir zwar vorgenommen, Bücher die mir nicht gefallen oder die mir zu gewaltig oder zu komplex sind um sie adäquat in meinen Worten zusammen zu fassen hier NICHT zu beschreiben, aber ich mache für Stephen Clarke mal eine Ausnahme, weil ich Angst habe, das dieses Buch den Zauber zerstört den er bei der Lektüre der ersten zwei Teile, a Year in the Merde und Merde actually und der Anleitung zum Umgang mit den Franzosen, Talk to the Snail, bei mir ausgelöst hat.

Dieses Buch ist nicht schlecht, aber es ist auch nicht gut und in Anbetracht der anderen beiden Bücher sehr enttäuschend.
Paul West ist zwar immer noch charmant und liebenswert von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen in Frankreich unterwegs doch das Abenteuer das er jetzt erlebt ist zu hahnebüchen und der Kontakt zu den Eigenarten der Franzosen äusserst marginal.
Er stolpert wieder zwischen amurösen Abenteuern hin und her und muss dabei auch zeitgleich eine südfranzösische Nobel-Hochzet ausrichten und auch noch das Attentat auf den französischen Präsidenten vereiteln, welches natürlich nicht aus komplexen politischen Gründen verübt werden soll sondern wegen einem rührigen persönlichen Schicksal. Wäääh.

Ah, eigentlich ist es ein schlechtes Buch.
Und ich will auch gar nichts mehr dazu schreiben. Nur weil ich Stephen Clarke eben doch SEHR mag und seine ersten Bücher SO gerne gelesen habe warne ich hier vor der Lektüre DIESES Buches.
Denn erwischt man gerade dieses zu allererst, wird man wohl kaum ein zweites in die Hände nehmen und mich überhaupt nicht verstehen in meiner Euphorie über diese amüsanten Soziologie Studien über die Differenzen zwischen Briten und Franzosen.
Dann lieber noch einmal die ersten Teile lesen!

Détails sur le produit

* Broché: 320 pages
* Editeur : Bantam Press (11 septembre 2008)
* Langue : Anglais
* ISBN-10: 0593056302
* ISBN-13: 978-0593056301