Freitag, 16. Januar 2009

Haut de gamme von Candace Bushnell


Ah, ich liebe es, wenn man ein Buch mit der Erwartung anfängt, einfach ein paar heitere Stunden zu geniessen und sich von leichter Unterhaltung zerstreuen zu lassen und dann doch mit einem Werk konfrontiert wird, das en passant Fragen aufwirft und Erkenntnisse zu Tage fördert, die einen kurz Innehalten lassen.

So war es bei der Teufel trägt Prada und so ist es auch bei dem dritten Roman der Sex and the City Autorin Candence Bushnell: Haute de Gamme.

Ein Buch über das Leben in der New Yorker High Society, ein Buch über Schein und Sein, die anstrengenden Bemühungen seine Rolle auszufüllen, mit den richtigen Leuten zur richtigen Zeit "befreundet" zu sein, daran zu arbeiten Kontakte zu knüpfen, sich seiner Ziele bewusst zu werden und diese mit viel Kraft und Konzentration zu verfolgen.

Und so wirkt das Leben des Topmodels Janey Wilcox gar nicht mehr so rosig und einfach, zwischen Champagner und Burberry warten menschliche Dramen und viel, viel Einsamkeit.
Jeder kämpft für sich und das aber in einer Gesellschaft aus unzähligen Mitläufern, jeder bestrebt so viel vom Kuchen zu bekommen wie möglich und das am besten mit einem perfekten Bild nach aussen.

Das Buch erinnert schon schnell an den Großen Gatsby von Scott Fitzgerald, der mich damals in der Schule ehr gelangweilt hat. Dieses Buch hat mich gefesselt, auch wenn die Welt die es beschreibt mir fremd ist und auch nichts von der heiteren und mit Frauenfreundschaften Atmosphäre von Sex and the City hat.

Hier ist die Einsamkeit und der Eigennutz das dominierende Element im glitzernden Leben, ein Leben im goldenen Käfig, das man schon bald nicht mehr beneiden kann.
Gerade weil die Menschen, die ein Leben an der Oberfläche führen und dabei versuchen alle Regeln der unbarmherzigen Society zu befolgen und den neuesten Moden und Trends Folge zu leisten nicht dumm sind.
Aber kann man aus seinem Leben das man sich einmal ausgesucht hat oder das andere schon von Geburt in einen gewissen Kreis für einen gewählt haben, ausbrechen? Die Furcht vor Einsamkeit und gesellschaftlichen Abstieg ist gewaltig.
Und dieser lauert hinter dem kleinsten Fehltritt und hinter den allgegenwärtigen Intrigen.

Ein Buch das mir sehr, sehr gut gefallen hat. Auch wenn es keines der Bücher voller guter Gedanken und Optimismus ist die ich sonst so liebe. Ehr das Gegenteil. Aber ein gutes Buch nichts desto Trotz.

Ich bin SO froh mir in keiner Weise einen Kopf über solche Dinge machen zu müssen, bin so froh über meine Freunde die mich nehmen wie ich bin. So froh, um meine Freiheit, Freiheit vor fremdbestimmten Zielen und Rollenbildern, einer Freiheit, die die Personen die sich diese eigentlich leisten könnten, vollkommen verloren haben.
Und über den Inhalt hinaus ist das Buch auch von der Sprache her ganz wunderbar, flott geschrieben und trotzdem nicht trivial.
600 Seiten die sich in wenigen Tagen verschlingen lassen.
Und vielleicht lese ich bei Gelegenheit noch mal den großen Gatsby, vielleicht gefällt er mir jetzt besser...
:O)

Détails sur le produit

* Poche: 602 pages
* Editeur : LGF (24 mai 2006)
* Collection : Le Livre de Poche
* Langue : Français
* ISBN-10: 2253117234
* ISBN-13: 978-2253117230