Mittwoch, 28. März 2007

3 x Roald Dahl


Jetzt möchte ich einmal etwas zu Roald Dahl schreiben, der als Autor von Kinderbüchern meiner Ansicht nach einer der ALLERGRÖSSTEN ist.
"Charliet et la Chocolatiere", "James et la grosse pêche" oder die grandiose "Matilda" zählen zu meinen liebsten Kinderbüchern. Aber das Roald Dahl auch sehr, sehr gute und abgefahrene Kurzgeschichten und Novellen schreibt muss wohl noch einmal explizit erwähnt werden.
Ich habe bisher drei gelesen, die Sammlung von Kurzgeschichten "Bizarre!Bizarre!", die ich ganz gut aber auch nicht mehr fand, bis auf einzelne Stücke darin die einen fast umhauen, "L'Invité ", eine grandios spannende Geschichte aus dem Leben von Onkel Oswald über den Roald Dahl einige weitere Geschichten verfasst hat und die zwei von mir atemlos gelesenen, spannenden Geschichten aus "Gelée royale - William et Mary ".

"Gelée royale - William et Mary " gleich zu Anfang, da es von den dreien mein Lieblingsbuch ist. Zwei grandiose, in sich stimmige und spannende Geschichten mit einer umwerfenden Pointe. Vor allem Gelée Royale ist GRANDIOS und beide Geschichten wirken aufgrund ihrer Stimmung schnell etwas gruselig denn man bleibt bis zum Schluss im Unklaren was die geheimnisvollen Beweggründer der Protagonisten sind.
So erzählt die Geschichte von William und Mary von Williams Tod und seinem Verbleib als lebendiges Gehirn mit Auge bei vollem Bewusstsein, arrangiert von einem befreundeten Wissenschaftler und Marys Art damit umzugehen. So bizarr es klingt, so wissenschaftlich und sachlich wird alles beschrieben und umso toller wirkt der menschliche Apekt der Pointe.
Gelée Royal erzählt den Versuch eines jungen Elternpaares, den untergewichtigen Säugling aufzupäppeln und den mysteriösen Resultaten, die das Bienensekret Gelée Royal dabei erzielt...

Beide Geschichten sind monströs in ihrer Thematik, gruselig und mit einem Schauern zu lesen, aber alles andere als durchschaubar. Wie auch "L'Invité " ist dieses dünne Buch in kürzester Zeit verschlungen, eine der Geschichten liest sich in einem Ruck.

Description du produit

Présentation de l'éditeur
Comment faire grossir un bébé qui refuse de manger ? Son père, passionné d'apiculture, a une idée qui pourrait bien révolutionner l'alimentation des nourrissons ! Comment garder un œil sur sa femme après sa mort ? William Pearl, avec la complicité d'un ami neurochirurgien, tente une expérience inédite. Mais on ne revient pas impunément d'entre les morts... Plongez dans l'effroi pour éclater de rire à la page suivante - avec Roald Dahl, maître de l'humour noir so british !


Détails sur le produit

* Poche: 117 pages
* Editeur : Editions Gallimard (6 mai 2004)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070314537
* ISBN-13: 978-2070314539


"Bizarre!Bizarre!" ist wie gesagt ganz gut aber für Roald Dahl, bzw. für meinen Anspruch an ihn nicht herausragend. Die Geschichten fesseln zwar relativ schnell aber die Pointen werden oft kaum deutlich oder sind irgendwie nicht überraschend genug. Ein nettes Lesevergnügen, aber nichts, was ich großartig empfehlen würde.

Détails sur le produit

* Broché: 374 pages
* Editeur : Gallimard (8 juin 1973)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070363953
* ISBN-13: 978-2070363957

"L'Invité " hingegen, eine Episode aus dem berühmten Tagebuch von Onkel Oswald ist hingegen umwerfend. Der Schwerenöter Onkel Oswald, von einer Affäre mit einer bereits anderweitig versprochenen Prinzessin in die Wüste flüchtend, bleibt ohne Benzin an einer Tankstelle hängen wo ihm in Tarantino Manier der Motor beschädigt wird um ihn zum Verbleib und einer Reparatur zu zwingen. Doch welch ein glücklicher Zufall dass sich just in dem Moment ein Rolls Royce nährt und Onkel Oswald kurzerhand zum Aufenthalt in einem luxuriösen Oasen-Domizil einläd. Selbst Onkel Oswald glaubt nicht an derartige Zufälle und gibt sich doch seiner Neugier hin und erst Recht als er die wunderschöne Frau des Gönners und die fast noch schönere Tochter zu Augen bekommt entfacht sein männlicher Jagdinstinkt und Ehrgeiz.
Die Spannung, ob Onkel Oswald je aus dieser Geschichte heraus kommt, was die Beweggründe seines Gastgebers und was seine mysteriösen Geheimnisse sein mögen, steigert sich enorm und die Auflösung kommt quasi im letzten Satz und lässt den Leser atemlos, verblüfft und mit einem Lachen zurück.
Eine tolle Geschichte, schnell und flüssig zu lesen, ein kurzer spannendes Abenteuer.

Description du produit

Quatrième de couverture
Connaissez-vous Oswald Hendryks Cornelius? Ce grand voyageur, amateur d'araignées et d'Opéra italien, collectionneur de cannes, souffrant d'une phobie des microbes, et surtout séducteur invétéré ? Voici quelques pages du journal de cet étonnant personnage: lors d'un voyage en Égypte, à la suite de nombreuses péripéties, Oswald est invité à séjourner dans un somptueux château au beau milieu du désert du Sinaï. Et qui dit château dit princesse à séduire...mais à quel prix !

Détails sur le produit

* Broché: 95 pages
* Editeur : Gallimard (30 avril 2002)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070423158
* ISBN-13: 978-2070423156

Dienstag, 20. März 2007

Petits suicides entre amis de Arto Paasilinna


Auch mein zweiter Roman von Arto Paasilinna hat mir sehr gut gefallen und ich habe wieder ein paar wirklich schöne Stunden in Finnland mit ihm verbracht.
Wie auch in "Le Lièvre de Vatanen", das ich bereits beschrieben habe, versteht es der Autor, mit trockenem und subtilem Humor den Charakter Finnlands und seiner Einwohner zu beschreiben und mir sympathisch zu machen. Obwohl man schnell den Eindruck gewinnt, die Finnen seien ein noch wortkargeres und verstockteres Volk als die Deutschen...

Die Geschichte beginnt trübsinnig: der Geschäftsmann Onni Rellonen beschliesst nach der 4. Firmenpleite und der miserablen Beziehung zu seinen Frau, sich am Johannistag, dem mittsommerlichen Fest des Lichtes und der Freude, sich in einem Schuppen am See eine Kugel in den Kopf zu jagen.
Doch der Schuppen ist nicht leer, Rellonen kommt gerade noch rechtzeitig um den unglücklichen Oberst Kemppainen davon abzuhalten, sich mit einem Strick zu erhängen.

So beginnt der Roman mit der Begegnung Zweier, die des Leben müde sind, die sich einsam und unverstanden fühlen und keinen Sinn in irgendetwas mehr sehen.
Doch anstatt sich zu trennen und jeder für sich seine Absichten zu Ende zu führen, verbringen die Beiden den Tag miteinander, angeln und trinken und reden die ganze Nacht durch.
Um am nächsten Morgen festzustellen, dass es ihnen besser geht. Und mit dem geschäftlichen Funken Optimismus der in ihm aufkeimt, schafft es Rellonen, den Oberst zu überzeugen dass man die soeben gemachte Erfahrung mit anderen teilen müsse, dass es unerlässlich sei, all die potentiellen Selbstmörder Finnlands, denen aufgrund diverser geographischer und charakterlicher Gegebenheiten es nicht mangelt, anzusprechen um ihnen ebenfalls zu vermitteln, dass es andere gibt wie sie. Und dass es vernünftig wäre, all diese einsamen Schicksale zu bündeln, sich gemeinsam das Leben zu nehmen und so auf dieses verschwiegene Schicksal vieler aufmerksam zu machen.

Und so wird nach einiger Überlegung eine Anzeige aufgesetzt, mit einer Postfachadresse für potentielle Selbstmörder. Und die Resonanz überwältigt die Beiden: mehr als 600 Zuschriften gehen aus allen Teilen Finnlands ein. Eine Masse an Briefen, die man zu Zweit kaum beantworten kann. Und so finden man unter den Lebensmüden schnell eine in Korrespondenz geschulte Hilfe und zu Dritt beschliesst man, dass zuallererst ein Treffen stattfinden muss.

Und dieses Treffen bildet dann den Auftakt einer Reise, die die Selbstmörder ihrem finalen Ende zuführen soll, möglichst taktvoll und ohne andere zu brüskieren, aber doch etwas Besonderes. In einem hoch luxuriösen Reisebus reist fortan eine Gruppe von über zwanzig Personen durch Skandinavien, Gleichgesinnte auflesend, Abenteuer erlebend, sehr viel trinkend, Nachts kampierend und die selbstgefangenen Fische zubereitend und vor allem: sich amüsierend. Und so verlängert sich die Reise immer mehr, das finale Ende wird immer weiter aufgeschoben und allein durch ihre Gemeinschaft, und die wunderbare Landschaft Europas wird der Sinn des Lebens, die Freude daran wieder erkennbar.

Der Massenselbstmord wird zuerst von einer Klippe Finnlands zu einer Bergspitze in der schönen Schweiz vertagt um dann am letzten Landzipfel Portugals realisiert zu werden. Doch je länger die Reise dauert, je mehr man die schrulligen Teilnehmer der Gruppe ins Herz schliesst, desto weniger glaubt man an ein derart dramatisches Ende. Zu Recht. Am Ende gehen die meisten glücklicher als je zuvor aus dem Abenteuer hervor und auch der Leser, ja ebenfalls Teilnehmer der Reise, hat nicht nur von der Waldluft Finnlands und seinen Seen geschnuppert, weitere Schätze Europas besichtigt, sondern auch gemeinsam mit den anderen gelernt, was es heisst zu Leben und was dieses ausmacht.

Darum: trotz des Titels und des Themas ein lebensbejahendes Buch. Es ist lustig, es ist schön und es gibt einen Einblick in die finnische Seele, die zwar eine mutige aber doch oft auch eine einsame und düster-traurige ist.
Es zeigt was viele Menschen an der heutigen Gesellschaft weltweit (was man als typisch finnisch anprangert sehe ich genauso gut hier wie überall) verstört: die soziale Kälte und Gleichgültigkeit, den mangelnden Respekt, die Zerstörungswut und Missgunst. Und das all dies vielen Menschen so große Angst macht, dass sie Angst oder Scheu vor dem Leben generell bekommen.

Und es zeigt, wie man diese Angst nehmen, oder zumindest milder kann: indem man einander zuhört, einander ernst nimmt und respektiert und indem man die Augen aufmacht für die Schönheit die einen täglich umgibt.

Ein wunderbares Buch und ich bin jetzt noch gespannter auf das dritte welches ich von Arto Paasilinna lesen werde, denn mich hat positiv überrascht, dass der Autor hier einen Roman geschaffen hat, der zwar genauso amüsant und schön zu Lesen ist wie z.B. "Le Lièvre de Vatanen", aber doch sprachlich differiert. Das ist angenehm und spannend. Darum vergleiche ich beide auch nicht direkt, ich mag sie beide sehr gern und würde jedes von ihnen uneingeschränkt empfehlen.

Denn was zu Beginn etwas bizarr oder absonderlich anmutet, entpuppt sich als sachlich begründetes Ereignis des Lebens, nicht wirkt albern oder überreizt, aufgesetzt oder fremd, genau wie "Le Lièvre de Vatanen" fühlt man sich gut aufgehoben in einer Realität die nun manchmal auf den ersten Blick unglaublich scheint aber doch nicht unwahrscheinlich.

Ein grandioses Buch. Ich will nach Finnland.



Détails sur le produit

* Poche: 291 pages
* Editeur : Editions Gallimard (26 mai 2005)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070308081
* ISBN-13: 978-2070308088


Description du produit

Présentation de l'éditeur
" SONGEZ-VOUS AU SUICIDE ? Pas de panique, vous n'êtes pas seul. Nous sommes plusieurs à partager les mêmes idées, et même un début d'expérience. Ecrivez-nous en exposant brièvement votre situation, peut-être pourrons-nous vous aider. Joignez vos nom et adresse, nous vous contacterons. Toutes les informations recueillies seront considérées comme strictement confidentielles et ne seront communiquées à aucun tiers. Pas sérieux s'abstenir. Veuillez adresser vos réponses Poste restante, Bureau central de Helsinki, nom de code " Essayons ensemble ". " Deux suicidaires se retrouvent fortuitement dans une vieille grange où ils souhaitaient partir tranquilles. Entravés dans leurs funestes projets, ils se mettent en tête de rassembler d'autres désespérés pour monter une association. Commence alors, à bord d'un car de tourisme flambant neuf, un périple loufoque mené à un train d'enfer, des falaises de l'océan Arctique jusqu'au cap Saint-Vincent au Portugal pour un saut de l'ange final. Un récit désopilant doublé d'une réflexion mordante sur le suicide.

Biographie de l'auteur
Arto Paasilinna est né en Laponie finlandaise en 1942. Successivement bûcheron, ouvrier agricole, journaliste et poète, il est l'auteur d'une vingtaine de romans dont Le meunier hurlant, Le lièvre de Vatanen et, en 2001, La douce empoisonneuse, romans cultes traduits en plusieurs langues.

Freitag, 16. März 2007

L'Histoire de Pi von Yann Martel


Das Lesen dieses Buches glich einer fiebrigen Reise: völlig ausser Atem von der erzeugten Spannung, begierig auf das was als nächstes geschieht, ungläubig ob das, was soeben geschehen ist, tatsächlich stattgefunden hat. Denn der Roman ist teilweise so phantastisch und voll Unglaublichem, dass man in einem Moment schreien möchte: Das gibt es doch nicht! um dann im nächsten Moment wieder fiebrig an den Worten zu hängen weil man nicht aufhören kann und am Ende doch alles so logisch ist.

Dabei fängt das Buch vollkommen harmlos, aber doch äusserst interessant an: Piscine Patel (der den französischen Namen für Schwimmbad einem von diesen begeisterten Onkel verdankt), genannt Pi, wächst als Sohn eines Zoodirektors in Indien auf. Zwischen allerlei Interessantem und Kuriosem über die Tierwelt erfährt man nebenbei und mit einer wunderbaren Leichtigkeit einiges über die drei Weltreligionen, da Pi sich nicht so Recht entscheiden kann und darum sowohl praktizierender Christ, Muslim und Hindu ist.
Im ersten Teil wird also das interessante Leben der Familie in Patel in Indien erzählt, ihr enges Zusammenleben mit den Zootieren und die Eigenarten all dieser Lebewesen. Das ganze ist wunderschön zu lesen, man schliesst die Charaktere ins Herz und freut sich ein bisschen mit ihnen, als sie sich entschliessen nach Verkauf der Zootiere an die verschiedenen Zoos, mitsamt dem Rest der Tiere die für Kanada bestimmt sind, dorthin auszuwandern.
Man freut sich auf die Reise und ihr Leben in einer neuen Kultur.
Doch es kommt anders.

Das Schiff erleidet Schiffbruch und der arme Pi findet sich nach der aufwühlend und detailreich beschriebenen Katastrophe auf einem Rettungsboot wieder, gemeinsam mit einem verletzten Zebra, einem Orang-Utan, einer Hyäne und, zuerst unentdeckt, dem großen bengalischem Königstiger Robert Parker.
Keine Möglichkeiten habend, dem engen Boot zu entfliehen, muss Pi mit ansehen wie die Hyäne zuerst grausamst das Zebra erlegt um dann den Kampf gegen den Orang-Utan zu gewinnen.
Nur Robert Parker, der Tiger, ist stärker und so bleiben am Ende nur die beiden übrig, Pi und der Tiger, gemeinsam auf offenem Meer.

Wer nun denkt dass das ja nicht spannend sein kann und wohl bereits das Ende der Geschichte bedeutet, wird eines besseren belehrt:
Pi und der Tiger verbringen 227 Tage zusammen und kein Tag davon ist langweilig, zumindest nicht für den Leser, den jeder Tag, ja fast jede Minute ist ein Kampf für Pi der seine ganze Aufmerksamkeit und Kraft beansprucht.
Denn es ist ergreifend, wie Pi sein Überleben und auch das des Tigers sichert, immer die Distanz zu dem Raubtier warend und doch seine niederen Bedürfnisse stillend um sich selbst vor ihm zu retten. Denn Robert Parker ist weit zu gewaltig um ihn töten zu können und Angesichts der Einsamkeit auf dem offenen Meer will Pi dies vermutlich auch nicht. Und so fühlt sich der Leser etwas an Dafoes Robinson Crusoe erinnert, wie Pi für die beiden Nahrung beschafft, vom Tau den Durst stillt, mit mentalen Übungen und Gedanken den Wahnsinn bekämpft und vor allem das Zusammenleben mit einem ungezähmten, hungrigen Raubtier gestaltet.

Immer wieder geschehen Dinge, die die Spannung in die Höhe treiben und teilweise wahrhaft unglaublich sind. Erscheint eine Situation zum Schreien ausweglos, kommt der nächste Strohhalm vorbei geschwommen, an den Pi und der Leser sich klammern können und hat Pi es geschafft durch seinen Einfallsreichtum die Odyssee über das Meer erträglich zu gestalten, passiert sogleich etwas die Hoffnung zerstörendes.
Und so ist der Leser ständig in Angst um Pi, hofft mit ihm, freut sich oder leidet mit ihm.

Dass Pi gerettet werden muss, dass das ganze IRGENDWIE gut ausgeht, das weiß der Leser bereits, denn Yann Martel lässt schon zu Beginn verstehen, dass er selbst diese Geschichte nur nacherzählt, und zwar nach den Worten Pi Patels.

Denn dieser wird am Ende gar gerettet, bzw. von einem japanischen Boot aufgenommen und nun beginnt der dritte Teil des Buches indem Pi Ungläubigen darlegen muss, wie um Himmels willen er 227 Tage mit einem wilden Tiger überleben konnte.
Auch hier möchte man bisweilen schreien, denn der Kampf gegen Ignoranz und Sturheit kann genauso anstrengend sein wie der um das nackte Überleben auf offener See.
Aber Pi hat zu kämpfen gelernt, aus dem 16 jährigen, unschuldigen Jugendlichen ist angesichts all dem Schrecklichen das er erlebt und gesehen hat, eine starke Persönlichkeit geworden.

Und am Ende, nachdem der Leser nun glaubt, nicht mehr überrascht zu werden, bekommt die ganze Geschichte Pis eine andere, schreckliche und grausame Wahrheit, die diesem phantastischem Buch plötzlich eine weh tuende Realität gibt.
All das was Pi während seinem Märtyrium auf dem Meer erlebt hat, wird noch grausamer durch das was der Leser am Ende erfährt.

Warum das Buch allerdings an Gott glauben machen soll, verstehe ich nicht ganz, trotz der religiösen Diskussionen und Überlegungen die immer wieder eingeworfen werden. Mich liess das Buch vielmehr an den Überlebensinstinkt in uns allen glauben, aber vielleicht läuft es auf das selbe hinaus.

Ich kann das Buch nur empfehlen. Sobald man sich darauf einlässt ist man auf einer Reise, die plötzlich katastrophal ungemütlich wird und allen viel Kraft abverlangt, so atemlos lassen sich teilweise manche Passagen lesen. Man leidet was körperlich mit Pi und wird gestärkt durch seine Stärke.
Das Meer wird einem bedrohlich und vertraut zugleich und ich werde nie wieder mit einem Schiff ein Meer überqueren können ohne an Pi und den Tiger zu denken.

Description du produit

Présentation de l'éditeur
Piscine Molitor Patel, dit Pi, est le fils du directeur du zoo de Pondichéry. Lorsque son père décide de quitter l'Inde, la famille liquide ses affaires et embarque, accompagnée d'une étonnante ménagerie, sur un cargo japonais : direction le Canada. Le navire fait naufrage, et Pi se retrouve seul survivant à bord d'un canot de sauvetage. Seul, ou presque... Richard Parker, splendide tigre du Bengale, est aussi du voyage. Comment survit-on pendant deux cent vingt-sept jours en tête à tête avec un fauve de trois cents kilos ? C'est l'incroyable histoire de Pi Patel. Fable métaphysique, roman d'aventures, L'Histoire de Pi - vendu à plus de quatre millions d'exemplaires dans le monde - est un miracle tant littéraire que commercial.

Détails sur le produit

* Parfait: 435 pages
* Editeur : Editions Gallimard (24 novembre 2005)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070319423
* ISBN-13: 978-2070319428

Le Bizarre Incident du chien pendant la nuit von Mark Haddon


Kann die Gefühlswelt eines Autisten interessant und lustig sein und seine Gedankengänge zum Nachdenken und Bewundern anregen? Kann ein Buch, dessen erzählender Protagonist offensichtlich (ausgeschrieben wird es nie) ein an dem Asperger-Syndrom leidender 15 jähriger ist eine GRANDIOSE Lektüre sein? Eine AMÜSANTE und LUSTIGE und doch keinesfalls seichte?
Dank Mark Haddon ja.

In seinem wunderbaren Roman Le Bizarre Incident du chien pendant la nuit erzählt uns Christopher Boone, 15 Jahre, 3 Monate und 2 Tage alt aus seinem Leben. Und zwar schreibt er auf, was sich seit dem Tage ereignet, an dem er den Nachbarshund tot auf dem Rasen gefunden und beschlossen hat, diesen Kriminalfall wie sein großes Vorbild Sherlock Holmes zu lösen.

Christopher ist freundlich, aber distanziert, denn Christopher versteht das meiste nicht, was in der Gesellschaft als selbstverständliche Konvention des Zusammenlebens und des Betragens dient. Das muss Christopher lernen, dabei hilft ihm seine Lehrerin, die auch durch Christopher ab und an auf manch absurde Regeln aufmerksam gemacht wird.

Christopher versteht keine Witze, denn eine zweite Ebene über der eigentlichen Bedeutung der Worte bleibt ihm verschlossen, genauso wie das Deuten der Mimik eines Gesichts als Ausdruck einer Emotion.
Christopher liebt seinen Vater, schliesslich kocht er für ihn und passt auf, aber auch er kann und darf Christopher nicht zu nahe kommen und ihn berühren.

Was hier jetzt vielleicht deprimierend und schrecklich herüber kommt ist nur die bittere Erkenntnis die man beim Nachdenken über die Schattenseiten des Lebens mit Autisten gewinnt: ihre Zuneigung zu anderen ist eine andere, ihre Art diese zu zeigen auch.
Aber auf der anderen Seite erkennt man auch, dass autistische Menschen Qualitäten und Gaben besitzen, die sie herausheben und so zu besonderen, zu bewundernden Personen machen.

So ist Christopher was Zahlen, Rechnen und das logische Denken betrifft, ein Genie. Und auch seine Art, Dinge wahrzunehmen und sie in seinem Buch festzuhalten, lassen erkennen, wie toll er ist. Wie kostbar er für "uns" sein kann.

Der Roman, der ja von Christopher erzählt wird, ist also alles andere als düster und traurig, in seiner nüchtern berichtenden Art, seinen Alltag und die Beweggründe seines Handels zu schildern, brachte mich Christopher Boone zum Lachen, zum Nachdenken und Schmunzeln, und manchmal bewunderte ich ihn sogar ob seiner Klarheit mit der er Fehler von uns "Gesunden" erkannte und seinen von ihm entwickelten Methoden, denn komplizierten Alltag zu meisten.
Und auch die Menschen die er trifft und die es wagen, sich ein wenig auf ihn einzulassen, gewinnen durch Christopher Boone an Einsicht, was deutlich macht, wie viel er zu geben hat, auch wenn das Zusammenleben mit ihm schwierig ist.

Christopher Boone fühlt sich nicht schlecht oder krank, was er ja auch nicht ist, er ist glücklich und zufrieden, so lange alles seinen geordneten Gang geht, in festgelegten und bekannten Bahnen und Ritualen verläuft. Wenn zum Beispiel mehrere rote Autos hinter einander die Straße entlang fahren, dann ist es, je nach Anzahl der Wagen ein superguter Tag oder gar ein supersuperguter.
Fatal sind allerdings gelbe Autos, oder gelbe Dinge im Allgemeinen. Am liebsten hat Christopher rot und so ist auch Ketschup oder Lebensmittelfarbe immer dabei um zur Not seine Nahrung erträglich zu gestalten. Diese sich übrigens auf dem Teller auch nicht berühren darf...
Dazu kommen unzählige andere "Spleens" oder Besonderheiten, die den Leser verblüffen, schmunzeln lassen aber auch zu verstehen geben, dass Menschen wie Christopher Boone unzählige selbst erstellte Regeln und Rituale brauchen um zurecht zu kommen.

Der rote Faden des Buches, oder die Geschichte, ist also Christopher Boones Suche nach dem Mörder des Nachbarhundes, denn dass dieser nicht eines natürlichen Todes gestorben ist, macht eine Gabel in seinem Bauch unwahrscheinlich.
Und während seiner Recherche, die Christopher Boone im Geheimen durchführen muss, kommt so manches an Tageslicht was diesen Roman nicht nur bezaubernd sondern auch spannend und fesselnd macht.

Ich jedenfalls habe das Buch verschlungen, nur unterbrochen von kurzen Pausen in denen ich mich über Christopher Boone freuen oder ihn bewundern musste oder meinem Freund von seinem verblüffenden Standpunkt die Welt zu sehen oder sie mit seinen kolossalen Ritualen zu meistern, erzählen wollte.

Ein tolles Buch, da es nicht nur eine grandiose, flüssige Lektüre bietet, sondern auch noch zum Lachen bringt UND zum Nachdenken. Es nimmt vielleicht sogar die Angst vor einem Thema, das man vorher nicht genau kannte, es sei denn durch Filme wie Rainman oder ähnliche. Und mir persönlich hat es in sofern geholfen, dass ich keine Angst mehr habe, irgendwann ein Kind zu bekommen das vielleicht "anders" ist. Aber das ist wohl eine rein weibliche Sicht auf das Buch, andere werden es trotzdem geniessen und für sich nutzen können. Denn wie gesagt: es ist lustig und spannend.


Description du produit

* Poche: 345 pages
* Editeur : Pocket (15 septembre 2005)
* Collection : Pocket
* Langue : Français
* ISBN-10: 2266148710
* ISBN-13: 978-2266148719

Présentation de l'éditeur
Qui a tué Wellington, le grand caniche noir de Mme Shears, la voisine ? Christopher Boone, " quinze ans, trois mois et deux jours ", décide de mener l'enquête. Christopher aime les listes, les plans, la vérité. Il comprend les mathématiques et la théorie de la relativité. Mais Christopher ne s'est jamais aventuré plus loin que le bout de la rue. Il ne supporte pas qu'on le touche, et trouve les autres êtres humains... déconcertants. Quand son père lui demande d'arrêter ses investigations, Christopher refuse d'obéir. Au risque de bouleverser le délicat équilibre de l'univers qu'il s'est construit...

Biographie de l'auteur
Mark Haddon a écrit et illustré de nombreux livres pour enfants. Il est également l'auteur de scénarios pour la télévision et le cinéma. Le bizarre incident du chien pendant la nuit, son premier roman, a connu un succès retentissant et immédiat en Grande-Bretagne, puis dans le monde entier. Il a valu à son auteur de remporter le prestigieux Whitbread Prize en 2003, et ses droits ont été acquis par Brad Pitt en vue d'une adaptation cinématographique. Mark Haddon vit à Oxford avec sa femme et leurs deux enfants.
Détails sur le produit

Mittwoch, 14. März 2007

Le Lièvre de Vatanen von Arto Paasilinna


Oh, soeben habe ich nach zwei Abenden schöner, zum schmunzeln bringender Lektüre mein erstes Buch von Arto Paasilinna aus den Händen gelegt:
Le Lièvre de Vatanen und ich freue mich jetzt schon auf andere Romane von ihm, von denen es ja eine ganze Hand voll gibt.

Hauptperson dieser schnell in ihren Bann ziehenden Geschichte ist der Journalist Kaarlo Vatanen, der, frustriert vom Job und seiner von ihm nicht mehr geliebten Ehefrau, mit einem Kollegen von Heinola nach Hellsinki unterwegs ist. Etwas erschöpft und vor allem gelangweilt fahren sie durch die Wälder Finnlands und in ihrer Lethargie vermag es der fahrende Kollege nicht mehr rechtzeitig zu bremsen, als ein Hase vor ihnen die Straße kreuzt und verletzt im Wald verschwindet.

Während der Fahrer die Scheinwerfer kontrolliert, macht sich Vatanen auf die Suche nach dem Hasen, den er findet und sofort kommentar und scheinbar grundlos in sein Herz schliesst.
Das ganze passiert vollkommen unsentimental, genauso ohne große Worte und ausgedrückte Emotionen, wie Vatanen von dem Moment an sein Leben mit dem Hasen bestreitet:
Beide ziehen fortan durch die Natur Finnlands, einen Dreck darauf gebend, was die Anderen denken und erleben dabei ihre Abenteuer und treffen liebenswerte Verrückte oder unerträgliche Gesellen.

Vielleicht hatte Vatanen einfach genug von der nervigen, komplizierten Arbeitsgesellschaft Helsinkis und erkannte in dem schutzbedürftigen Hasen seine Sehnsucht nach der Weite der Natur Finnlands, wo Worte weniger zählen als Taten? Das hab ich mir zumindest gedacht und wurde später in dieser Annahme bestätigt als Vatanen und der Hase Opfer einer Bande besoffener Gewalttäter werden oder sich in den Schlingen der Bürokratie verheddern.

Vatanen, der nicht viel spricht, möchte also offensichtlich seine Ruhe, zuerst natürlich vor seiner Frau und seiner unnützen Arbeit als Journalist, dann aber von allem was nur laut und zu kompliziert ist.
Seine Reise mit dem Hasen, den er mit einer Ausnahme Regelung des Staates besitzen darf, ist aber alles andere als langweilig, teilweise birgt die bizarre Abenteuer, teilweise überraschende Geschichten und Begegnungen. Nie aber wird es albern oder ZU verrückt, nie aber auch langweilig oder sich hinziehend.

Schnell verliebt sich der Leser nicht nur in den ruhigen, starken und autarken Charakter Vatanens, dessen einziges Anliegen es zu sein scheint, seine Ruhe und seine kleinen Jobs in der Natur zu haben und dem Hasen alles zu bieten was dieser braucht, in erster Linie seine beschützende Aufmerksamkeit.
Und in Finnland verliebt man sich, die Natur und seine kauzigen Bewohner.
Ebenfalls ungemein erheiternd ist die dort herrschende Bürokratie, die aber oft mit einem Augenzwinkern der jeweiligen Person angepasst wird.

Ich glaube, man kann dieses Buch als finnisches Roadmovie zu Fuss und ohne gepflasterte Strasse charakterisieren. Mit Vatanen und dem Hasen als untrennbare Abenteurer, die ohne Ziel einfach nur ihr Leben glücklich leben wollen und sich nicht einsperren lassen mögen. Freundliche Anarchie und wortlose Tatenkraft prägen nun mein Bild vom Finnen, ich hoffe, ich lerne bald mal einen kennen um das zu prüfen. Oder fahre selber hin, nach Finnland. Wobei ich bestimmt nicht die Kraft haben werde, wie Vatanen wirklich das ganze Land zu bewandern und schliesslich sogar in Russland zu landen.

Abschliessend kann ich das Buch NUR empfehlen, es ist witzig und bezaubernd schön zugleich in seiner Einfachheit und Situationskomik, es ist spannend und wunderbar zu lesen. Und ich musste bei dem Hasen immer an unsere Katze denken, wie sie Abends nichts mehr geniesst, als stundenlang auf den Beinen meines Freundes zu liegen, der ihr Gewicht stundenlang mit Vatanen-gleicher Ruhe erträgt und sich dabei wohl fühlt, von so einem eigentlich wilden Wesen uneingeschränkt geliebt zu werden und dessen Vertrauen zu bekommen.

Détails sur le produit

* Broché: 203 pages
* Editeur : Gallimard (16 mars 1993)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070386023
* ISBN-13: 978-2070386024

Description du produit

Présentation de l'éditeur
Vatanen est journaliste à Helsinki. Alors qu'il revient de la campagne, un dimanche soir de juin, avec un ami, ce dernier heurte un lièvre sur la route. Vatanen descend de voiture et s'enfonce dans les fourrés. Il récupère le lièvre blessé, lui fabrique une grossière attelle et s'enfonce délibérément dans la nature. Ce roman-culte dans les pays nordiques conte les multiples et extravagantes aventures de Vatanen remontant au fil des saisons vers le cercle polaire avec son lièvre fétiche en guise de sésame. Il invente un genre : le roman d'humour écologique.

Dienstag, 13. März 2007

Le Voyage d'Hector ou la recherche du bonheur von François Lelord


Dieses Buch war das erste welches ich von einem meiner absoluten Lieblingsautoren gelesen habe und es hat mich verlieben lassen. Verlieben in die einfache aber wunderschöne Sprache von François Lelord der es wie kaum ein anderer vermag, mit scheinbarer Einfachheit und gutmütiger Naivität Grundsätzliches und Elementares auszudrücken.

Und so liest sich Le Voyage d'Hector ou la recherche du bonheur an einem Stück, aufhören und das wunderbare Buch beiseite legen fällt schwer, ahnt man doch schon schnell, was für einen Schatz man in Händen hält.
Es ist kein Wunder dass das Buch erst monatelang die Spitzenplätze der französischen Bestsellerlisten anführte, bis es sich dann aufmachte, auch die Herzen der Leser der übrigen Welt zu erobern.

Ein Buch, dass ich fast jedem mit dem Wissen schenken würde, dass es ihm oder ihr sehr gut gefällt.

François Lelord , ein überaus qualifizierter Psychologe, der an Elite-Universiäten und im Ausland studiert hat, dann in Paris praktizierte und nun, des Glückes wegen in Hanoi arbeitet, beschreibt in dem Roman die Reise eines Psychologen um die Welt, auf der Suche nach den Quellen des Glücks. Wie sehr dieser ihm selbst ähnelt lässt er in Interviews nur vage vermuten.

Dieser Psychologe namens Hector besitzt die Gabe, ungemein gut zuhören zu können und die Menschen nutzen seine Praxis, um endlich einmal zu reden und eine Reaktion darauf zu bekommen. Und so ist die Praxis tagaus tagein mit unglücklichen Menschen bevölkert, die den Umständen entsprechend doch eigentlich glücklich sein müssten, wie Hector findet. So sind viele von ihnen vermögend oder reich gesegnet mit Kindern oder einem guten Job und vielen Freunden. Und doch leiden sich an ihrer Traurigkeit, an dem Mangel an Etwas, und hoffen, dass Hector ihnen eine Lösung präsentiert, am besten eine einfache und schnelle. Doch so einfach ist das nicht für Hector, der manchmal gar nicht versteht, woher das vermeindlich unbegründete Unglück kommt.
Und so erkrankt er selber an dem Unglück, die Ursache des Glücks nicht zu kennen und somit seinen Patienten nicht die Antworten geben zu können, die sie von ihm erwarten.

Hector beschliesst kurzerhand, sich auf die Reise zu machen, um, bewaffnet mit seinem kleinen Notizbuch, in der Welt die Ursachen des Glücks zu finden.
Und mit seiner Aufmerksamkeit lernt er schnell Menschen kennen, die ihm die gesuchten Erkenntnisse vermitteln und er entdeckt die Quellen des Glücks, auf den ersten Blick simpel, auf den zweiten dann aber einleuchtend und dann geradezu umwerfend.

Denn im Grunde hat jeder Mensch, mit etwas Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Mitgefühl, die Fäden die zu seinem Glück führen selbst in der Hand.
Und dies wird dem Leser bewusst gemacht, didaktisch klug aufbereitet von François Lelord, der seinen Hector am Ende jeden Kapitels seine Schlüsse in knapp aber gut formulierten Regeln zusammen fassen lässt, so dass der gesamte Roman als überaus nützliches Nachschlagewerk dienen kann.

Die Einfachheit der Sprache werte ich keineswegs als Nachteil, sondern im Gegenteil, als große Leistung Lelords, die er auch in seinen anderen Romanen und Fachbüchern, die ich auch vorstellen werde, erbringt.

Er, der Wissenschaftler und Spezialist versteht es auf famose Weise, seine Worte einfach aber aussagekräftig zu wählen und dabei mit jedem Satz Charme und Ernst zu vermitteln.
Er spricht somit jeden Leser an und bringt ihm die Erkenntnis der Psychologie und der Neurologie dar, ohne dass dieser sich dessen bewusst wird.
So sind die Romane Lelords in Frankreich auch in der Psychologie-Abteiung zu finden.

Zusätzlich findet sich an vielen Ecken geschickt eingestreute Gesellschaftskritik, aber nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern eben: charmant.

All diese Erkenntnisse Hectors, bei denen sich der Leser vielleicht zu Anfang sagen mag: "Kenn ich doch! " oder "Ist doch klar!" sind mitnichten neu, aber wir sehen sie nicht mehr. Fast alle von uns sind zu sehr in ihrem Alltag verfangen, der blind macht wie der Wald den man vor Bäumen nicht sieht.
Und ich denke, manchmal braucht es jemanden wie François Lelord (oder Howard Cutler mit dem Dalai Lama, dessen Bücher ich auch später vorstellen werde) um uns das zu zeigen was eigentlich offensichtlich ist.

Aber auch ohne diesen unschätzbaren Mehrwert den das Buch bei der genussvollen Lektüre bietet, wäre Le Voyage d'Hector ou la recherche du bonheur ein grandioses Buch und Schatz in jedem Bücherregal.
Denn der Charakter Hector ist liebenswert mit seinen Fragen und seinen menschlichen Schwächen und die Reise die er erlebt, die Menschen die er trifft, fesseln und begeistern. Ein wunderschöner kurzer Roman voller Leichtigkeit und Tiefgang gleichermaßen, erfrischend unanstrengend und auffallend betaubernd.

Mich hat dieses Buch zumindest so sehr begeistert, dass ich nach Lektüre dieses Buches zum großen Verehrer François Lelord wurde, bis auf ein paar Bücher habe ich all seine Werke gelesen und werde sie hier nach und nach vorstellen.


Détails sur le produit

* Poche: 274 pages
* Editeur : Odile Jacob (9 mars 2004)
* Collection : Poches
* Langue : Français
* ISBN-10: 2738113974
* ISBN-13: 978-2738113979


Description du produit

Présentation de l'éditeur
Il était une fois un jeune psychiatre nommé Hector qui n’était pas très content de lui : il voyait bien que, malgré sa bonne volonté, il n’arrivait pas à rendre les gens heureux. Hector décide alors de partir courir le monde afin de comprendre ce qu’est vraiment le bonheur.
Pourquoi rêvons-nous souvent d’une vie plus heureuse sans apprécier la nôtre ? Trouve-t-on le bonheur dans la réussite ou dans les relations avec les autres ? Dépend-il des circonstances ou d’une manière de voir les choses ? Après bien des péripéties et des rencontres inattendues, Hector saura mieux répondre à ces questions…
Entre voyage initiatique et conte pour grandes personnes, le regard d’un psy sur nos doutes et notre soif de bonheur.

Le Voyage en France, von Benoît Duteurtre


Mh, nicht das beste oder umwerfenste Buch, welches ich in den letzten Tagen gelesen habe, aber doch lesenswert da es flüssig und ohne jegliche Längen geschrieben ist.

Ausgewählt habe ich es wegen der Inhaltsangabe auf amazon.fr, wonach ein junger Amerikaner seinen Träumen vom Paris der Impressionisten nachgibt und den Ozean überquert um es zu finden und seiner Begenung mit einem älteren Franzosen, der seinerseits von Amerika träumt.

Ich habe mir darauf hin eine Art Holden Caulfield vorgestellt der in der ersehnten Ferne einen alten, von seiner Heimat enttäuschten Mann trifft und genau wie der junge Reisende eine idealisierte Vorstellung vom Land des Andern hat. Und dass sie beide ihre Träume anhand der Realität etwas abschleifen oder auf realistischere Füße stellen.

So genau war es dann aber doch nicht, auch wenn David, der junge Amerikaner, doch zu Anfang etwas Holden Caulfield mäßig daher kommt, wie er sich in anders als andere in seinem Alter nicht für das Ausgehen, Musik oder ähnliches interessiert, sondern ehr für die Impressionisten des alten Paris, allen voran Claude Monet, dessen Bild "le Jardin à Sainte-Adresse" als Reproduktion in seinem Zimmer hängt. Großartigen Kontakt zu seinem sozialen Umfeld pflegt David, der bei seiner Mutter in New York lebt, nicht, seine einzige Bezugsperson ausserhalb ist eine Internet Bekanntschaft:
Orpheline, die als Künstlerin in Paris lebt und David von ihrem erfolgreichen Boheme-Leben dort vorschwärmt.

Und so nutzt David das Geld, dass er in der Lotterie gewinnt (eine gute Fee hat ihm zum Mitspiele geraten...) und fährt mit einem Dampfer über den Ozean, ganz old-school, genau so wie er sich auch kleidet und versucht, sich zu artikulieren.

In Paris trifft er sich dann sogleich mit Orpheline, die sich im Verlauf der nächsten Wochen aber als etwas unstetige, extrovertierte Künstlerin entpuppt, die verzweifelt nach Engagements sucht und sich mehr als gerne von David chic zum Essen ausführen lässt und von ihm erwartet, ihre Karriere in den USA zu etablieren und voran zu treiben.
Davids Bild von Paris und dem Leber der wahren Freigeister wird also zunehmend von der Realität zurecht gerückt, je mehr er in die Welt Orphelines eintaucht und von ihr verschreckt oder besser: ernüchtert wird.

Parallel erzählt der Franzose ohne Namen (er wird nie genannt) in der Ich-Form aus seinem Leben und dem Treffen mit David und anderen Personen des Romans.

Als Kind in Le Havre aufgewachsen, der Sommerstadt der Impressionisten wo auch Monet le Jardin à Sainte-Adresse gemalt hat, fühlte er sich schon früh von der großen Freiheit der Welt angezogen und von der Provinz Frankreichs erstickt. Begeistert erlebt er bei einem Besuch in der offenen, kultivierten und interessierten Familie seiner Tante das Leben der Großstädter und sehnt sich fortan nach der Weite, vornehmlich nach Amerika.
Er landet später in Paris, wo er als kleiner Journalist an einem kostenlosen Magazin für Taxigäste werkelt und simultan von der Karriere als Filmemacher träumt, DEM Film über sein Leben.

Unglückllich und hyperchondernd bestreitet er seinen Alltag, bis er beschliesst, sein Leben mit mehr Optimismus sehen, als eine Art Reise die ihn zu unbekannten Orten führen kann. Er lässt sich auf eine Beziehung mit seiner guten Freundin Estelle ein, verliebt sich aber schnell in die junge und oft abweisende Filmstudentin Cerise, um deren Liebe und Aufmerksamkeit er bettelt, blind für die Realität in der er nur eine von Cerise selbst festgelegte Rolle spielt, sich erniedrigend und von der Realitär entfernend.

Im Verlauf des Romans lernt er David kennen und ihre Wege gehen sie stückweise gemeinsam, teilweise alleine.
So erlebt David kurze Zeit die Zweisamkeit mit dem homosexuellen Arnaud, der zwischen seinen Plänen Priester zu werden und seiner Homosexualität hin und her gerissen ist und der Franzose erkennt schmerzhaft die Absichten hinter Cerises temporärer Zuneigung zu ihm.

Beide fahren gemeinsam aufs Land wo sie schon einmal einen Tag verbracht haben und sich in einer traumartigen Sequenz Dinge für den Franzosen ereignet haben.
Diesmal ist es David, der etwas Derartiges erlebt: zwei alte Angler, der eine wie ein gealterter Hitler, der andere als alter Charles de Gaulle raten ihm, zurück nach New York zu gehen.

Und er befolgt deren Rat, begleitet für eine kurze Reise von dem Franzosen. Und in New York entdeckt David, dass Amerika und Frankreich sich mehr gleichen als gedacht und sich in New York genau die Spuren des alten Paris finden lassen, dessen Kultur und Savoir-vivre, die er in Paris selbst vermisst hat.
Und auch der Franzose entdeckt dass sich hier Spuren seiner Provinz-Kindheit finden lassen und auch die alten Impressionisten mit einem Dampfer hier angekommen sind.


Die Geschichte ist flüssig und gut zu lesen, hinterlässt aber keinen großartigen nachhaltigen Eindruck, sagen wir über Tage oder Wochen hinweg.
Ich ziehe daraus für mich die Lektion, dass man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, bzw in der Ferne das sucht, was eigentlich schon vor der Haustür liegt und das wir alle dazu tendieren, uns nach etwas zu sehnen was es so nicht gibt, was wir uns aber nicht eingestehen wollen. Und das es oft genügt, die Augen aufzumachen um das zu entdecken was man sucht oder zu erkennen dass auch die Beziehung die man führt, eine Illusion ist.

So geniesst David, etwas erwachsener geworden, seine Heimatstadt New York wie ein Tourist, verblüfft von dessen Schönheit und der Franzose erkennt dass die Beengtheit Le Havres etwas beruhigendes hatte.

Abraten tue ich niemanden von diesem Roman, ich fand ihn nicht schlecht, war aber deswegen ein klein wenig enttäuscht, weil ich mir von dem Gewinner des Médicis-Preises etwas mehr erwartet hätte.
Aber nichtsdestotrotz waren die paar Stunden mit dem Buch schöne und darum nicht vertan, ich fühlte mich oft an meine Zeit in Paris erinnert und an meinen kurzen Aufenthalt in New York.


Détails sur le produit

* Parfait
* Editeur : Gallimard; Édition : Nouvelle (15 septembre 2003)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 207030261X
* ISBN-13: 978-2070302611


Description du produit

Un jeune Américain épris de culture française part à la découverte du "pays des peintres et des poètes". Débarquant dans la France d'aujourd'hui, il visite les quartiers touristiques et s'égare dans la ZUP Claude Monet avant de trouver refuge chez des moines adeptes de nouvelles technologies. L'intinéraire de David croise celui d'un Français quadragénaire qui a longtemps rêvé d'Amérique. Tandis que le New-Yorkais s'éprend d'une prétendue "reine de la bohème", le Parisien tombe amoureux d'une vidéaste branchée...