Donnerstag, 20. November 2008

Tombouctou von Paul Auster


Timbuktu ist der Ort, an den die Seelen der Menschen kommen, nachdem die Menschen diese Welt verlassen haben. So oder so ähnlich beschreibt der obdachtose und umher reisende Gelegenheits-Philosoph und Würde-gern-Schriftsteller Willy mit dem selbstgegebenen Nachnahmen Christmas den Ort an den er gehen wird. Denn Willy ist krank. Nicht nur mental, er leidet schon seit langem unter temporären Wahnvorstellungen, nein, Willys Körper ist auch voll von bösen Dingen, vermutlich Tumoren.
Also bereitet er sich und seinen besten Freund, den Mischlings-Köter Mr.Bones auf ein neues Leben vor. Ein Leben in dem beide (vorläufig) getrennte Wege gehen müssen.

Die Geschichte, die Paul Auster hier dem Leser schenkt ist die von Einsamkeit, der Suche nach einem Zuhause und Freundschaft. Es ist eine Art moderne Fabel über Obdachlosigkeit und emotionale Abhängigkeit, gesellschaftliche Kälte und Normen.

Es ist aber auch die Geschichte eines Hundes, und das ist das wunderbare: man hat von nun an das Gefühl, jeden Hund ein klein wenig in die Seele blicken zu können, ihn besser zu verstehen.
Denn die Geschichte ist die von Mr. Bones und sie ist größtenteils aus seiner Sicht geschrieben.
Wie Mr.Bones die Welt sieht, wie wichtig Gerüche für ihn sind, wie wichtig die Liebe seines Begleiters und Herrchens Willy.

Und als Willy stirbt gibt dieser ihm noch durch Träume allerhand kluger Ratschläge mit auf den Weg wie er von nun an alleine sein Glück und Auskommen suchen soll, doch Mr Bones ist zwar nicht dumm, aber auch sehr sentimental und so manchmal etwas verwirrt von dem was Willy ihm sagen möchte.

Aber er macht sich trotzdem auf den Weg, findet erst Unterschlupf bei einem netten chinesischen Jungen, wird dann aber von dessen Vater zum Teufel gejagt um dann inmitten einer amerikanischen Durchschnittsfamilie zu landen.
Und hier erwarten ihn materielle Versorgung und emotionale Achterbahnen, Regeln und Ausnahmen davon, Depressionen hinter Heile-Welt-Fassaden und alles andere als Beständigkeit.

Aber die sucht Mr.Bones vermutlich auch gar nicht mehr in dieser Welt.
Auch er ist alt und er sehnt sich seit Willys Trennung von ihrem Wiedersehen und hofft inständig, dass der Gott der Menschen ihn auch in das Timbuktu der Menschen lassen wird, denn was soll er in dem der Tiere wo doch sein bester Freund woanders ist?

Wie immer gibt es bei Paul Auster ein schönes Ende, ohne Kitsch aber mit dem Gefühl. etwas tolles und wertvolles gelesen zu haben.
Etwas das einem mehr über die Menschen gezeigt hat als man glaubte zu lernen in so einem kleinen Buch.
Ein wahrhaft feines Buch. Voller Wahrheiten, Philosophien und märchenhaften Ereignissen.
Und ein Augen-öffner für Leute die Hunde betrachten.

Détails sur le produit

* Poche: 186 pages
* Editeur : LGF - Livre de Poche (9 janvier 2002)
* Collection : Livre de poche
* Langue : Français
* ISBN-10: 2253152080
* ISBN-13: 978-2253152088

Dienstag, 18. November 2008

Le Petit Sauvage von Alexandre Jardin


Welch ein wunderbares Kleinod ich da in dem fabelhaften Second-Hand Buchladen in Paris gefunden habe! Unschätzbar wohl nicht nur aufgrund des wundervollen Inhaltes sondern auch angesichts der Tatsache, dass dieses Buch wohl kaum noch verlegt wird, was mir unerklärlich ist.
Denn Le Petit Sauvage von Alexandre Jardin ist ein wunderbares und wie ich finde unschätzbares Plädoyer für die unerlässliche Bewahrung des Kindes in einem.

Die Geschichte von Alexandre Eiffel, der sich eines Tages durch diverse Umstände daran erinnert sieht, dass er einmal der kleine verrückte Wilde war, ein Kind das von (radio) Aktivität strotzte, Streiche ausheckte, in einer wundervollen Welt der Phantasie und der Lebensfreude lebte, geliebt von Eltern und Großmutter, umgeben von Natur und und unvorhergesehenen Momenten.
War, denn nun entdeckt er, dass er ein anderer geworden ist, der kleine Wilde ist verschwunden, hat dem erwachsenen Alexandre Eiffel Platz gemacht, der ein überaus geregeltes und geordnetes Leben führt, eine erfolgreiche Schlüsselfabrik führt und mit einer schönen aber äusserst berechenbaren Finnin verheiratet ist.

Durch die Stimme eines Papageis wird ihm die Erinnerung ins Gedächtnis zurück gerufen, die wundervolle Kindheit die grausam vom Tod seiner Eltern unterbrochen wurde der ihn aus dem Paradies vertrieb, sukzessive und schleichend zu einem ernsten Heranwachsenden und dann zu einem respektierten Mitglied der Gesellschaft machte. Angepasst und eingenormt, in den Augen des kleinen Wilden eine Katastrophe!!!

Alexandre Eiffel beschliesst die Notbremse zu ziehen, zurück zu seinen Wurzel zu finden, den kleinen Wilden seiner Kindheit wieder zu entdecken und ihm das Steuer seines Lebens zu überlassen.
Er verlässt von jetzt auf gleich sein geordnetes Leben in Paris, kehrt zurück in den Süden, erobert das alte Anwesen zurück und schmiedet Pläne von einst.

Inseln müssen entdeckt und erobert werde, alte Freunde aufgetrieben und schon damals geliebte Herzen erobert werden.
Dazu muss die geliebte und unzähmbare Großmutter aus einem Heim zurück geholt werden, damit sie ihm von nun an Taschengeld gibt wie damals, denn mit Geld und derlei langweiligem Erwachsenengedöns möchte der kleine Wilde fortan nichts mehr zu tun haben.

Ein Abenteuer beginnt, für den Leser und auch für Alexandre, ein Abenteuer in dem sich der unbeschwerte und sorglose Tatendrang mit den Weisheiten und Erfahrungen (auch in sexueller Hinsicht) eines Erwachsenen vermischt, eines Erwachsener der konsequent nicht mehr erwachsen wirken möchte, der Spontanität und unverblümte Offenheit zur Lebensmaxime macht, der den Moment leben und nicht mehr Zeit verlieren möchte mit Plänen und Regeln die ihn beschränken und in trüben Gedanken münden.
Pläne für Eroberungen können geschmiedet werden, ohne Einschränkung und Waghalsig und da macht es auch überhaupt nicht, wenn das zu erobernde Frauenzimmer bereits verheiratet ist.

Denn der kleine Wilde weiß was gut für ihn ist und das ist nun einmal eine Frau die das Mädchen in sich nie verloren hat und mit der das Leben ein einziges Glück zu werden gewiss ist.

Und der kleine Wilde kämpft.
Und siegt.
Auch wenn Alexandre Eiffel am Ende erkennen muss, dass das Alter seinen Tribut fordert. Das leben ist endlich und man bleibt nicht ewig jung.
Aber man muss auch nie erwachsen werden. Und genau das macht Glücklich.
Die Balance zu finden, zu entdecken was einen glücklich macht und das zum obersten Ziel zu erheben. Einschränkende Regeln abzuwerfen und nach dem zu Leben von dem man im Bauch weiß dass es das richtige ist. Richtig weil das Herz es will und nicht die Gesellschaft.

Ein ganz tolles Buch. Es liest sich so schön und spannend, poetisch leichtfüssig und unverblümt offen. Zwei Abende mit dem kleinen Wilden und ich fühle mich wieder einmal darin bestätigt, dass ich richtige liege und es nichts macht dass ich nächstes Jahr 30 werde und mich immer noch wie 22 fühle und wohl sogar oft noch jünger aussehe und vielleicht auch handele...
:o)

Détails sur le produit

* Poche: 251 pages
* Editeur : Gallimard (31 août 2003)
* Collection : Folio - Numéro 2652
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070389588
* ISBN-13: 978-2070389582

The Flea Palace von Elif Shafak


Der Flohpalast hätte besser im englischen auch wie in der deutschen Übersetzung der Bonbonpalast geheissen, denn um diesen geht es und einer Bonbonschachtel gleicht auch das Buch, die Geschichte, das Haus um das es geht.

Das steht mitten in Istanbul und ist bewohnt von einer überaus bunten Mischung an Menschen, einer gemischten bunten Tüte aus dem Kiosk gleich: Menschen unterschiedlichster Couleur und mit sich nie gleichenden Charakteren, kauzigen Angewohnheiten und Geschichten.
Alle leben unter einem Dach aber das ist auch was, die Bewohner des Bonbonpalast heissenden großen Mietshaus mit phantasievoller Fassade gemein haben.
Das Dach und vielleicht die Abscheu gegenüber dem Gestank, der von allen im immer auf der Strasse präsenten Müll vermutet wird, aber vielleicht auch eine andere Ursache hat, wie später bekannt wird...

Aber dazu soll nichts verraten werden und auch zu der Geschichte darf und brauch nicht viel gesagt werden, denn das Buch lebt durch all die vielen kleinen Geschichten und Schicksale die die Bewohner in sich tragen und die die Erzählerin dem Leser näher bringt, alles gespickt mit philosophischen Gedanken und Erkenntnissen. Kurzen und kurzweiligen Abhandlungen über die Unterschiede von Phantasie bzw. Fiktion und Lüge, den Tod und den Verfall, das Leben und die Liebe.

Ein buntes, teilweise süßes, teilweise klebriges Gemisch an Gedanken und Ansichten, mal wunderbar köstlich, mal etwas sperrig. Eine Bonbonmischung an überraschenden Erkenntnissen, Einsichten, Gedankenspielen und Sichtweisen.
Das alles verpackt in bunte Geschichten aus turbulenten Leben die die Bewohner des Bonbonpalastes geführt haben und führen.

Keiner ist wie der andere und keiner ist fad, vorhersehbar oder einfach gestrickt.
Elif Shafak hat mit sehr viel Liebe zum Detail Charaktere gezeichnet und ausgeschmückt wie es sie sonst selten in so großen Anzahl auf so engem Raum zu finden gibt.
Das Buch ist wie ein Film, bildhaft und voller Leben, angefüllt mit Einzelschicksalen und voller Verstrickungen, Begegnungen, Ereignissen und Erzähl-Strängen die irgendwann wunderbar zusammenfliessen und aus einem bunten Knäul irgendwann ein harmonisches Ganzes stricken.

Ich habe das Buch sehr, sehr gerne gelesen und auch wenn ich noch nicht in Istanbul war, so habe ich doch nun eine große Menge an Bildern im Kopf. Nicht von Sehenswürdigkeiten oder bestimmten Orten, sondern von Menschen die in der Stadt leben und das spezielle Gefühl, dass ihnen genau diese Metropole mit in den Alltag gibt.

Ein wunderbares Buch. Frech und originell, bunt und aufregend, manchmal laut und manchmal leise, mal flüssig zu lesen, mal nachdenklich stimmend. Eine perfekte Bonbonmischung bei der man nie weiß was als nächstes unter dem bunten Papier auf einen wartet.

Produktinformation

* Taschenbuch: 448 Seiten
* Verlag: B&T; Auflage: New (1. Juni 2005)
* Sprache: Englisch
* ISBN-10: 0714531200
* ISBN-13: 978-0714531205
* Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 13 x 3,4 cm

Mittwoch, 5. November 2008

La jeune fille a la perle von Tracy Chevalier


Wie es zu der Entstehung dieses wunderbar leichtfüßigen und gut zu lesenden Roman gekommen ist, lässt sich gut vorstellen: irgendwo entdeckt ein empfänglicher Mensch ein aussagekräftiges Bild und lässt sich von diesem einfangen und eine Geschichte erzählen.

Und so schenkt und der niederländische Maler Van Meer ein wundervolles Bild und Tracy Chevalier schenkt uns eine wunderbare Geschichte, die Geschichte des Mädchens mit dem Perlohrring.

Diese heisst Griet, ist 17 Jahre alt und muss, weil der Vater nach einem Unfall sein Kunsthandwerk als Kachelmaler nicht mehr ausführen kann, als Dienstmädchen bei der Familie Van Meer anfangen, ausgerechnet im Katholischen Viertel des sonst so protestantischen Delfts.

Griet wird nicht nur von dem anderen, älteren Dienstmädchen herum geschubst, auch die Älteste der vielen Töchter macht ihr das Leben schwer und die Frau des Malers kann sie nicht leiden. Nur dessen Schwiegermutter und der Maler selber behandeln die Angestellte mir Respekt und entdecken das Talent Griets, ihr Gespür für Kompositionen, ihre schnelle Auffassungsgabe und ihre Intelligenz.
Und so bekommt Griet neben dem täglichen Waschen, einkaufen und Reinemachen noch eine weitere, die sie bis spät in die Nacht beschäftigt aber auch begeistert: sie assistiert dem berühmten Maler.

Sie mischt ihm seine kostbaren Farben an und hält das Atelier sorgsam sauber.
Und versucht mit aller Kraft den Kopf über Wasser zu halten, denn das Leben als Dienstmädchen ist nie leicht, muss man doch mit der teilweise etwas despotischen Frauen-Hierachrie im Hause Van Meer klarkommen und sich obendrein den unschicklichen Avancen unredlicher Männer und damit aufkeimenden Gerüchten auf dem Markt erwehren.
Sentimentale Gefühle für den Dienstherr fehlen ebenso wie Liebes-Anbahnungen vom hübschen Metzger-Sohn.

Aber was neben dieser hübschen, leicht zu lesenden und gut unterhaltenden Frauenthematik am meisten besticht ist die Malerei, das Spiel der Farben und des Lichtes, das Arrangement von Formen und Mustern, der Ausdruck in den Gesichten und die Haltung der Portraitierten.

Ein Buch das man gerne liest und viele Seiten mit Wonne geniesst wenn man eine Liebe für Bilder, für Gemälde hegt und gerne seine Gedanken bei deren Betrachtung schweifen lässt.

Détails sur le produit

* Poche: 313 pages
* Editeur : Gallimard (28 février 2002)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070417948
* ISBN-13: 978-2070417940

A Year in the Merde und Merde actually von Stephen Clarke



Ahhh, ich bin immer noch am schmunzeln wenn ich an das Buch denke! Was für ein großartiges Lesevergnügen!! Und was für ein Nachhall! Ganz oft muss ich an so typisch französische Marotten denken und all die Fettnäpfchen in die Paul (Pol) West im Umgang mit ihnen getapst ist!!
Ein Buch wie für mich gemacht: wo ich doch so gerne in englischer Sprache lese und Frankreich und die Franzosen so lieb gewonnen hab, trotz oder wegen ihrer... Eigenarten!!

Dem Autor ist es gelungen, niemanden als böse oder verschroben darzustellen, auf die merkwürdigste Eigenart lässt er den Leser mit einem Lächeln blicken und Paul ist ein grundsympatischer Zeitgenosse, trotz seines oft fragwürdigen Verhaltens in Beziehungsdingen...

Paul West kommt im ersten Roman "A Year in the Merde" nach Paris um für einen französischen Großkonzern, der bisher ehr auf die Fleischvermarktung spezialisiert war, eine typisch britische Tee-Café-Kette zu etablieren.
Schnell merkt er, dass die Franzosen ganz anders ticken las die Briten, ihre Haltung zur Arbeit und zum Leben eine andere ist, was nicht schlecht sein muss aber erst einmal gewöhnungsbedürftig ist.
Und auch die Französinnen verhalten sich größtenteils ganz anders als die Engländerinnen, was dem Lebemann Paul am Anfang ratlose Episoden beschert.
Und so lernt er begierig gemeinsam mit dem Leben immer mehr über dieses ihm Anfangs noch so fremde Volk, findet heraus wie man am besten mit ihnen und ihrer Bürokratie klar kommt und man in Paris Getränke bestellt ohne wie ein ahnungsloser Tourist abgezogen zu werden.
Doch da Paul wie ein Magnet Chaos und komische Situationen anzieht, wird das Leben für ihn nie einfach sein und für den Leser nie langweilig.

Man lernt so viel en passant und amüsant über die Franzosen, ihre Art Politik zu machen, das Leben zu betrachten und ihre Auffassung von Arbeit, Spaß und Beziehungen, ihren Nationalstolz und ihre Sprache.
Ja, besonders die Regeln und Vorschriften die die Nutzung ihrer Sprache erlauben und sogar vorschreiben.

Paul schlägt sich wacker, taumelt von einem Fett-Näpchen in das nächste, versucht mit den Französinnen klar zu kommen und mit der Stieseligkeit seiner Kollegen, versucht hinter die Geheimnisse des französischen Verständnisses von Arbeit, Dienstleistung und Effektivität zu kommen, die hiesige Arbeitsmoral zu verstehen und natürlich: nicht in jeden die Trottoirs verzierenden Hundehaufen zu treten.

sein offizieller Auftrag, eine britisch anmutenden Teeladen-Kette in Paris zu etablieren wird leider durch den Irak-Krieg und politische Verstimmungen torpediert, aber auch andere Mauscheleien arbeiten gegen ihn und Paul muss sich überlegen, wie es mit ihm weitergeht.

Zum Glück ist er ein Optimist und Anpacker und der Leser kann so beruhigt immer weiter neuen Fett-Näpchen und Hundehaufen entgegen fiebern.

Produktinformation

* Taschenbuch: 382 Seiten
* Verlag: Random House UK (März 2005)
* Sprache: Englisch
* ISBN-10: 0552153079
* ISBN-13: 978-0552153072





Der zweite Roman beginnt mit Pauls und Florence Urlaub bei ihrer Mutter, auf dem Land: Dort bekommt der gutmütige Engländer viele Gelegenheiten um in Fettnäpfchen zu treten, von denen er auch kaum welche auslässt.
Und so kann der Leser sich am Frühstück erfreuen, bei dem Paul hungrig eine der Schalen mit Cornflakes füllt, auf die dann von der Mama der Kaffee gegossen wird. Und dem sich dann die Frage anschliesst, ob sie ihm auch gleich die Marmelade hineingeben soll, denn anscheinend würden Engländer ihr Frühstück ja auf eigentümliche Weise zu sich nehmen...
Die latenten Ressentiments gegen den Briten wachsen sich zu immer lustigeren Begebenheiten aus und so endet der Urlaub von Paul quasi in einer Flucht zurück zu der Baustelle die sein großes Projekt, ein britischer Tee-Salon in Paris, noch ist.

Hier beginnt dann der zweite amüsante Teil des Buches und wieder muss man als Pariskenner und Franzosenfreund oft lachen und sich über manche Reglements wundern. Paul gibt aber nicht auf, begegnet den Auflagen zum Schutze der französischen Sprache mit Humor, übt sich in Geduld der Arbeitsmoral seiner Mitarbeiter gegenüber und versteht dass der Leitspruch "der Kunde ist König" in einem Land wo die Monarchen geköpft wurden, nicht so ganz seinen Zweck erfüllt...

Darüber hinaus ist ihm auch bewusst geworden, für wen sein Herz wirklich schlägt und Paul kämpft sich sympathisch in das Leben seiner Ex-Freundin zurück, leider oft so unbeholfen wie es manchmal seine Art ist und so kommt es zu unglaublich lustigen Szenen in denen der Leser nicht weiß ob er lachen oder vor Mitleid weinen soll, weil Paul schon wieder in der Tinte sitzt.

Aber am Ende wird natürlich alles gut, und das gehört sich auch so wen man ein Buch liest, dass mit sehr viel Schalk und keinerlei Boshaftigkeit oder Xenophobie die charmanten Klüfte zwischen zwei Nationen aufzeigt und ihnen das Beste und Eigentümlichste beider Seiten präsentiert.

Ein Buch prädestiniert dafür, verfilmt zu werden, denn es liest sich so bildhaft und ist so voll mit Situationskomik, dass Stephen Clark seine Romane bestimmt mit Leichtigkeit zu Drehbüchern adaptieren könnte.
Und ich denke, dass ich in diesen Fällen Ausnahmen machen würde um die Filme zu sehen, ohne Gefahr zu laufen, enttäuscht zu werden. Denn hier kann ein Film es schaffen, an den Roman heran zu kommen.
Ein ungemein vergnügliches Leseerlebnis, heiter und locker, informativ und nicht belehrend, niemals seicht und trivial, aber auch nie pathetisch oder über Gebühr tief schürfend.

Ich liebe die Bücher!

Produktinformation

* Taschenbuch: 368 Seiten
* Verlag: Bantam Press (September 2005)
* Sprache: Englisch
* ISBN-10: 0593054776
* ISBN-13: 978-0593054772
* Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,6 x 3,2 cm