Montag, 28. Juli 2008

Lorsque j'étais une euvre d'art Eric-Emmanuel Schmitt


Von allen Romanen die ich bis jetzt von Eric-Emmanuel Schmitt gelesen habe, und es waren glaube ich fast alle, hat mich dieser hier am wenigsten unmittelbar begeistert. Es ist ein guter, wahrhaft interessanter kurzer Roman, ohne Frage, aber erst am Ende merkt man, wie auch bei La Part de l'autre, das es ein sehr gutes Buch ist. Am Anfang ist man während des Lesens noch oft hin und her gerissen.
Ach was, es ist eine gute Lektüre, aber ebenso wie Kafka-Bücher von einem subtilen Horror erfüllt, den ich nicht immer mag.
Und ich kann auch gar nicht genau sagen was meine Freude am Lesen etwas geschmälert hat, ob es die gruselige, fast teuflische Geschichte ist oder der unglaublich unterwürfige Charakter des Protagonisten.

Denn dieser willigt gleich zu Beginn des Buches in einen unglaublichen Vertrag ein:
Er, ein junger Mann, der bereits mehrmals an versuchten Selbstmorden gescheitert ist, dessen Leben ihm leer und sinnlos erscheint, belanglos und ohne Ziel, fade und trist, lässt sich von einem mysteriösen Mann im weissen Anzug und mit farbigen Diamanten in den Zähnen zu einem Deal ein: 24 Stunden am Leben bleiben und dann mal sehen wie es weiter geht.
Der junge Mann willigt ein und lässt sich mit in eine protzige Villa voller bizarrer Kunstobjekte und schöner Frauen mitnehmen.

Dort infiltriert ihn sein "Wohltäter", wie er ihn später nennt, Zeus-Peter Lama, immer mehr mit seinen kruden Sichtweisen: nicht die Schönheit ist etwas Wert, sondern das Aussergewöhnliche, hässliche vielleicht. Und jeder verfügt über drei Leben: seinen lebendigen Körper, die Gedanken die er sich selbst macht und dann über das Bild das er nach Aussen hin abgibt, die Gedanken also die andere sich über ihn machen, das was sie über ihn erzählen. Und nur letzteres zählt.

Und er bietet ihm eine teuflische Option, er, der große, unübertroffene Meisterkünstler Zeus-Peter Lama wird ihn, den unbedeutenden, Zeit seines Lebens von seinen überirdisch schönen, von allen angebeteten Brüdern in den Schatten gestellten Mann ohne nennenswertes Leben und Eigenschaften zu einer Existenz im Glanze und im Ruhm verhelfen.
Er wird aus im ein Kunstwerk machen, ein lebendes Kunstwerk.

Der junge Mann ohne große eigene Meinung und ohne jegliche Selbstachtung oder überhaupt ohne jegliches Bewusstsein über seine Individualität lässt sich beeindrucken vom Luxusleben und dem selbstbewussten Auftretens des großen Zampanos, von den Schönheiten die sich in der Villa nach Zeus-Peter Lama verzehren und dem Reichtum den dieser angehäuft hat.

Sein Leben erscheint ihm weniger als Nichts wert, was hat er zu verlieren? Also lässt er sich leicht überreden, einen diabolischen Vertrag zu unterschreiben: er gibt sich selbst auf und überlässt sich vollkommen, mit Haut und Haar und innerer Seele dem Künstler, wird bereitwillig in dessen Eigentum übergehen und diesem als Objekt dienen das es zu gestalten und zu präsentieren gilt.
Der naive Protagonist ohne Rückgrat gibt bereitwillig sein menschliches Dasein ab, tritt jegliche Rechte an seiner eigenen Person und seinem eigenen Leben ab und gibt sich vollkommen in die Hände des Künstlers, der nun ein Objekt aus ihm machen wird, ein Objekt dass die Öffentlichkeit bewundern und vergöttern wird.

Dazu wird zuerst der Tod des Mannes inszeniert, gemeinsam mit dem für die späteren Operationen zuständigen Gerichtsmediziner wird mithilfe von Schminke und Schlafmitteln eine präsentable Leiche auf Zeit aus dem jungen Mann, die Beerdigung wird pompös und der scheinbar Tote ist selbst überrascht, wie viele Menschen auf seiner Beerdigung auftauchen. Bis er erkennt, dass die Trauernden nicht wirklich ihn betrauern, sondern den, für den ihn die zwei schönen, von Medienberatern umgebenen Brüder ihn ausgegeben haben.
Nicht mal als Toter ist er scheinbar etwas um seiner selbst Willen wert.

Und so beginnt am nächsten Tag die Operation und Zeus-Peter Lama und der alte Gerichtsmediziner verwandeln den Mann ohne Sinn und Interesse am eigenen Leben in etwas Neuartiges, ein Kunstobjekt wie es die Welt nicht gesehen hat.
Von nun an ist der junge Mann kein Mensch mehr, zumindest nicht in den Augen seines "Schöpfers" und seiner Bewunderer.

Wie genau er nun aussieht, erfährt man nicht, aber er muss aussergewöhnlich aussehen, eine lebendige Statur, als Mensch kaum noch zu erkennen, sieht man von seinen Augen ab. Und der Tatsache dass er sprechen und empfinden kann.
Das wollte man ihm eigentlich auch Mittels einer Lobotomie nehmen, doch der Gerichtsmediziner sah sich nicht besonders fit in diesem Metier.

Und so kommt es wie es kommen muss:
nach einer Anfänglichen Phase, in der der neu getaufte "Adam bis" es geniesst, die Aufmerksam der ganzen Welt auf sich zu lenken, als etwas besonderes zu gelten und im Mittelpunkt zu stehen, begreift er allmählich, was es bedeutet, jeglicher Menschlichkeit beraubt zu sein.
Er verfügt nicht mehr im Mindesten über sein eigenes Leben, er ist ein Objekt und wechselt sogar als solches später die Besitzer, geht gar in das Eigentum des Staates über.
Man spekuliert mit ihm, steigert auf grausame Weise seinen Marktwerk und es wird klar, das er für Zeus-Peter Lama nur der Prototyp einer Reihe von lebenden Statuen ist, die ihn, den ohnehin schon reichen "Künstler" noch reicher

Unerträglich wird es als er sich verliebt, er plötzlich für das geliebt wird was noch von seinem alten, damals so vermeintlich wertlosen Ich übrig geblieben ist.
Er möchte sein Leben zurück und erkennt, dass es fast unmöglich ist, er hat als Mensch aufgehört zu existieren.
Sein neuer Körper verfällt obendrein und er muss, durch die Mediation eines Anwalts der ihm seinen Statut als Mensch zurückgewinnen will, erkennen welches Leid er seinen Elter zugefügt hat.
Ihm wird deutlich wie sehr sie ihn geliebt haben, besonders weil er war wie er war und nicht wie seine Brüder. Ihm wird im Nachhinein deutlich dass sein Leben sehr wohl einen wert hatte und er ihn nur nicht erkannt hat.
Der Schmerz den er seinen Eltern mit seinem vorgetäuschten Tod zugefügt hat macht es ihm unmöglich sich ihnen zu erkennen zu geben und er leidet und kämpft um zumindest vor seinem endgültigen Verfall noch als Mensch anerkannt zu werden um so die Möglichkeit zu erhalten, der Geburt seines Kindes, dass er mit der ihn liebenden Fiona gezeugt hat, beizuwohnen.

Das Buch ist wie alle Bücher Eric-Emmanuel Schmitts ein spannender Roman mit philosophischem Thema.
Was macht einen Menschen aus? Was macht ihn besonders, wertvoll? Ist es das was andere in uns sehen und der Wert den sie unserer Erscheinung und unserem Dasein beimessen oder ist es das was wir selbst als wertvoll erachten? Und da die Meinung anderer ja zweifelsohne eine Rolle in der eigenen Evaluierung spielt, welches Gewicht hat dann wessen Meinung? Ist es nicht viel wichtiger auf die zu hören die uns um unserer selbst Willen lieben als auf die, die vermeintlich eine bedeutende Meinung und Einfluss haben?
Das Buch ist ein schönes Beispiel dafür, dass wir selbst uns oft nicht erkennen, denn Sinn den wir im Leben haben, die Wichtigkeit die unsere Existenz für andere bedeutet.

Es zeigt auch, wie schrecklich es sein kann, plötzlich durch den Beruf, eine Fügung oder was auch immer der Öffentlichkeit zu gehören, ihr ohne Einschränkung ausgeliefert zu sein und von dieser wie ein Objekt zuerst angehimmelt und schlussendlich entsorgt zu werden.
Da ist es schon sehr viel besser, von der Mehrheit nicht beachtet aber von denen auf die es ankommt geschätzt und geliebt zu werden. Denn nur ihr Urteil zählt, weil es auf Liebe basiert und nicht auf Ruhm, Glanz und Oberflächenspiegelungen.

Die Erkenntnisse die dieses Buch wohl in erster Linie vermitteln möchte liegen in dem unschätzbaren Wert der jedem Leben inne wohnt und der Bedeutung die die Einzigartigkeit jedes Einzelnen ausmacht. Begriffe wie Schönheit oder deren Gegenteil sind von Aussen aufgestempelte Markierungen, Liebe allein macht den wahren wert eines Menschen aus. Und dieser Wert ist weit, weit mehr als der Marktwert.

Zum Glück gibt es ein schönes Ende, wie immer bei Eric-Emmanuel Schmitt und das ist es dann doch was einen am Ende glücklich das Buch zusammen klappen und dem Autor für ein paar wirklich schöne und wertvolle Stunden danken lässt.



Détails sur le produit

* Broché: 252 pages
* Editeur : LGF (1 septembre 2004)
* Collection : Le livre de poche
* Langue : Français
* ISBN-10: 2253109584
* ISBN-13: 978-2253109587

Prisonniers du praradies von Arto Passilinna


Ah, wie sehr liebe ich diesen grandiosen finnischen Schriftsteller. Nach zwei Büchern, die weiter unten vorgestellt wurden, wußte ich bereits dass ich ihn tief in mein Herz geschlossen hatte und nun im FNAC von Monaco fand ich auf einem den Osteuropäern vorbehaltenen Tisch eine ganze Stapel von Passilinna Büchern von denen ich vier ausgesucht habe.

Das erste zuhause gelesene ist natürlich gleich von Beginn an ein lustiges Lesevergnügen.

Ein Journalist mittleren Alters erzählt von seinen abenteuerlichen Erlebnissen: es beginnt mit einem Flug nach Australien. Das Flugzeug ist voll von skandinavischem UNO-Personla: schwedischen Krankenschwestern, Hebammen, finnischen Waldarbeitern und norwegischen Ärzten, alle für eine humanitäre Mission in Indien und Bangladesch vorgesehen, und besonders mit der Schwangerschaftsverhütung dort betreut, stürzt über dem Meer ab und nach und nach finden alle Überlebenden (eine Krankenschwester ist einem Hai zum Opfer gefallen, ein anderer starb schnell an den Folgen des Aufpralls): 28 Männer und 26 Frauen, zueinander und bilden eine aus der Not geborene Gemeinschaft.

Das ist dies unweigerlich mit komischen und äusserst amüsanten Dialogen, Konflikten und kauzigen Ansichten vonstatten geht ist für den Passalinna Kenner klar, die Schweden haben es satt immer Finnisch zu hören und als eine erste Maßname wird klug das aus dem Flugzeugwrack geborgene Sterilisationsmaterial zur Empfängnisverhütung der 26 Damen bereit gestellt, möchte man sich doch bei Bedarf und im Falle einer erhofften Rettung zuhause unangenehme Fragen ersparen.

Und was soll man sich als Belohnung nach einem äusserst harten Tag der Nahrungssuche und des Baus von Unterschlüpfen und der Verwirklichung diverser Projekte (z.B. eine Schneise muss geschlagen werden, mit Hilfe der einzigen kleinen Axt, um mindestens in 500 Meter Größe aus Bäumen die Buchstaben S.O.S. zu bilden, um diese Nachts anzuzünden um so die fotografierenden im All umherrschwirrenden Sateliten zu alarmieren. Was mindestens eine Abholzung von 45 Quadratkilometern involviert...) auch gönnen?

Darüber hinaus muss eine Entsalzungsanlage gebaut werden, denn auch wenn man glücklich ist dass es mit dem Angeln inzwischen immer besser klappt (auch hier helfen die als Haken umfunktionierten Sterilisationsgeilde), alles schmeckt fad und man seht sich nach Salz.
Zumindest das klappt.

Leider ist die Insel wohl doch nicht so ganz unbewohnt, sie ist zu einem Fluchtpunkt von einigen aus der indonesischen Armee desertierten Soldaten geworden und ab und zu kommen Helikopter vorbei und schiessen auf alles was sich bewegt.

Aber die Inselbewohner lassen sich nicht hängen, machen sich mit Eifer an die ihnen gestellten Aufgaben und klügeln ein raffiniertes System der Inseldemokratie mit Verwaltung und eigenen Gesetzen aus um das zusammenleben der unfreiwillig zusammengeworfenen verschiedenen Nationen und Typen so ordentlich wie möglich zu gewährleisten.
Und auch eine Amtssprache muss her und da die Finnen deutlich in der Überzahl sind und die Rodung für das SOS Signal wohl mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen wird, einigt man sich auf einen Finnisch-Kurs.

Auch die Distillation von finnischem Schnaps ist bald in die Wege geleitet, der nebenbei auch Motor für die Verwirklichung eines Zahlungssystems ist, die Moral steigt und das Abholzungsprojekt nimmt immer professionellere Züge an.
Die Finnen konstruieren darüber hinaus noch eine Sauna und das Leben auf der Insel wird immer heiterer.

Dank eines selbst konstruierten Kühlschranks gibt es sogar kühle Getränke und langsam dämmert die Einsicht durch, dass das Leben auf der Insel, in genau dieser Konstellation, mit all den sich selbst erarbeiteten Annehmlichkeiten vielleicht einer Rückkehr nach Europa vorzuziehen sei.
Denn was wartet dort? Stress und Smog, Steuern und Hetze, Streit und der mediale Overkill, Konsum und Kommerz, schlicht: das Gegenteil von einem übersichtlichen, erfüllten Leben, mit körperlicher Arbeit, inzwischen gutem Essen und Trinken, Zerstreuungsmöglichkeiten (Sex, Sauna, Sprachunterricht...) und guter medizinischer Versorgung (Dank all der Ärzte und Krankenschwestern) das die Insel ihren Bewohnern inzwischen bietet.

Unser erzählender Journalist nutzt seine freie Zeit und beginnt, eine etwas langlebigere Hütte zu bauen und man merkt, wie zufrieden alle allmählich mit ihrem Los werden.
Man ist nicht mehr den Launen der Natur ausgesetzt, man macht sie sich zu nutze.
Und es bilden sich plötzlich ähnliche Beziehungsstrukturen wie Zuhause, geheime Liebschaften, Beziehungsdramen, der Wunsch mancher Frauen nach Haustieren, das Leben auf der Insel gleicht immer mehr einem Südsee-Domizil mit sporadischer Aufregung und Abenteuer.

Die Inselbewohner leben die sonst so unwahrscheinliche Sozialisten-Utopie.
Ein kurzer, ungnädiger Blick in die gescheiterten Utopien Europas folgt und es wird klar, dass einige Inselbewohner gerne in ihrem Paradies bleiben und sich dem verqualmten Leistungsdruck in der Heimat entziehen wollen.
Doch andere sehnen sich nach ihren Familien und so kommt es zur Wahl ob die ein SOS formenden Baumstämme angezündet werden sollen...

Am Ende siegt die Zivilisation und der Druck von Aussen, es ist wohl nicht möglich, heutzutage noch vollkommen frei zu leben. Aber dennoch werden die Inselbewohner die gewonnene innere Freiheit erst einmal nicht verlieren, sie haben erkannt was wirklich zählt im Leben und dass es nicht viel ist was man braucht wenn man nur zusammen hält.
Sie haben erkannt wie unwahrscheinlich schön das Leben ist wenn man nicht abgelenkt wird durch all das, was für wichtig erachten und was uns im Alltag aber eigentlich nur einschränkt, hetzt und ermüdet.


Das Buch ist so leicht und gut zu lesen, in seiner so munteren Sprache und kauzigem finnischen Einschlag, dass man Arto Passalinna für seine Bücher lieben MUSS. Es ist ein wunderbar unterhaltsames Lesevergnügen, niemals trivial, immer originell und meistens mit einer kleinen, feinen Dosis Gesellschaftskritik.

Détails sur le produit

* Poche
* Editeur : Gallimard (26 mai 1998)
* Collection : Folio
* Langue : Français
* ISBN-10: 2070404722
* ISBN-13: 978-2070404728

Donnerstag, 24. Juli 2008

Le diable s´habille en Prada von Lauren Weisberger


Ich hab das Buch am Flughafen in Marseille gesehen, es gab eine Gratis-Tasche dazu, und hab etwas in Richtung Sex and the City erwartet: was leicht zu lesendes mit heiteren und auch mal etwas ernsten Themen die Frauen betreffen könnten und das alles verpackt in die mir so ferne und glitzernde Welt der Mode.

Was ich bekommen habe ist ein Buch das wunderbar zu lesen ist aber so gar nichts mit der Heiterkeit aus SATC zu tun hat, der Leichtigkeit des Seins wenn man genug Geld und einen Job voller Prestige hat und sich ganz locker ein schickes Appartement in der Mode-Mecka-Stadt New York zu leisten.

Le Diable s´habille en Prada ist der Bericht einer jungen Frau, die, kaum von der Uni einen Job als Assistentin DER Modepäpstin New Yorks ergattert, ein Job um den, wie man nicht müde wird ihr zu versichern, sich andere Mädchen bis zur Verdammung reissen würden.
Und Andrea, von ihren Freunden Andy genannt und von ihrer Chefin AN-DRE-ÅÅÅÅÅÅÅ gerufen, nimmt den Job als zweite Assistentin von Miranda Priestley an, Chefredakteurin DES Modemagazins, RUNWAY.

Ein Jahr muss sie durchhalten, dann winkt eine Beförderung an eine andere Position im Verlag oder vielleicht sogar ein Stück in die Nähe ihr Traum-Destination: dem hoch geschätzten Zeitungsverlag des NEW YORKER.

Aber das Jahr wird lang, sehr, sehr lang. Und härter als Andrea es sich hatte vorstellen können. Wie eine Dienerin untersten Ranges ist sie fortan für das Erfüllen jeglicher, aber auch jeglicher Wünsche ihrer egozentrischen und bösartig abweisenden Chefin verantwortlich.
Sie sorgt dafür dass immer ein ausreichender Vorrat an weissen Hermes Tüchern bereit liegen um von Miranda dann sorglos überall liegen gelassen zu werden, Kaffee kommt frisch und heiß vom Starbucks in der Nähe und Essen wird aus den feinsten Restaurants besorgt, und das alles meist mehrmals am Tag, denn ist ein kleiner Makel zu finden oder die Temperatur nicht ganz genehm, oder das H‚ungergefühl vielleicht nicht ganz da, muss alles umgehend in den Müll wandern und neu geordert werden.
Darüber hinaus müssen die unmöglichsten Wünsche erfüll werden, ein Harry Potter noch vor Erscheinungstermin zu den Töchtern ins Ausland geflogen werden, aus mehr als ungenauen Angaben müssen präzise Anforderungen eruiert werden um alle, aber auch alle Wünsche von Miranda zu erfüllen, und das vor allem SOFORT und ohne einen Ton von sich zu geben.

Die Arbeit von Andrea gleicht bald schon der einer begnadeten Detektivin, die in Sklavenhaltung mit Recherche und Telefonieren, Essen und Kaffe-Holen, Dinge in kürzester Zeit an die entlegenste Orte zu transferieren und zu rennen, zu rennen, zu rennen, wann immer dass nie verstummende Telefon klingelt.

Und dabei muss sie auch noch gut gekleidet sein, einer Aufgabe, die Andrea nur Dank der vielen helfenden Experten-Hände des Runway Magazins gerecht werden kann, ist ihr selbst Mode und ihre Kleidung nie besonders wichtig gewesen und auch nach einem Jahr verdammt sie hochhackige Schuhe in denen im Eiltempo Botengänge erledigt werden müssen.

Das Jahr wird wohl das härteste in Andreas Leben bleiben, ein Jahr mit kaum Schlaf, kaum Nahrung (auf die sie selbst sehr ungerne verzichtet, im Gegensatz zu den von Dünnsein besessenen anderen Angehörigen der Modewelt) und keinem freundlichen Wort ihrer Vorgesetzten auskommen muss.
Aber Andrea beisst die Zähne zusammen, will das große Ziel nicht aus den Augen verlieren, nach einem Jahr die Hölle auf Erde zu verlassen um dann endlich wieder zu leben, und das vielleicht im Umfeld des New Yorker.

Aber der Preis ist hoch. Nicht nur sie selber leidet direkt unter der Tyrannin Miranda, auch ihre Beziehungen leiden. Ihr Freund hat kaum noch eine Minute in Ruhe mit ihr und die sich abzeichnenden gravierenden Alkoholprobleme ihrer besten Freundin entgleiten ihrem Einfluss. Auch für ihre Eltern und ihre gerade Mutter gewordene Schwester hat sie keine Zeit, muss sie doch wirklich fast rund um die Uhr zur Verfügung stehen und tatsächlich von einer Minute auf die andere auf die schwierigsten Antworten reagieren.

Andrea verändert sich und sie merkt, dass sie nicht nur ihren Freunden und ihrer Familie nicht mehr gerecht wird, sondern auch sich selbst nicht. Sie kommt zu kurz, so egoistisch sie für ihre Lieben nach Aussen hin auch aussehen mag und als dann auch noch ein Unfall passiert und Andrea, die das ganze Jahr schon wie zerrissen gefühlt und agiert hat, wird mit einer schweren Entscheidung konfrontiert.
Kann sie dem Teufel endgültig ihre Seele überlassen?

Das Buch ist formidabel, es ist aus Sicht von Andrea geschrieben, witzig und doch nicht platt erzählt, ihre Beobachtungen sind scharf und die gezogenen Schlüsse intelligent, man merkt schnell dass Andrea kein Püppchen ist das sich schnell von dem sie umgebenden Luxus blenden lässt und gefügig still hält.
Es steckt vielleicht schon zu viel Journalisten-Potential in Andrea, zu viel fühlender Mensch um alles zu schlucken und die von ihr erwartete Bewunderung ihrer glitzernden Umgebung aufzubringen.

Und so liest sich das Buch wie eine leichtfüssige, unterhaltsame Kritik an der durchaus vorkommenden und zu verurteilenden Haltung die manche Arbeitgeber ihren Angestellten gegenüber an den Tag legen, die den Glauben hegen, mit ihrem Geld und ihrer Postion über das komplette Leben der ihnen untergeordneten bestimmen zu können.
Es zeigt dass Sklaverei auch auf hohem Niveau in unserer westlichen Welt durchaus vorkommen kann, natürlich oft durch erstes Zustimmen der Betroffenen. Man möchte etwas erreichen, irgendwo dazu gehören und dafür muss man hart arbeiten. Aber muss man jeden Preis zahlen? Alles akzeptieren und schlucken? Ist die eigene Würde nicht ein zu hoher Preis den man zahlt?
Andrea bemerkt aber dass alles schleichend verläuft. Wie Treibsand rutscht man immer tiefer bis man daran zu ersticken droht.

Als Andrea das von Miranda zweifelsohne hoch eingeschätzte Lob erhält, sie würde sie an sie selbst in jungen Jahren erinnern, begreift sie.
Sie erkennt dass sie niemals so sein will wie die von allen so bewunderte Frau an der Spitze. Sie begreift dass das Leben allen Luxus und jegliche Vorzugsbehandlung entbehren kann, aber eines nicht: Mitgefühl.

Ein tolles Buch, mit viel Hoffnung und Witz, viel Ernsthaftigkeit und dem guten Gefühl das man nach der Lektüre mitnimmt, mit der eigen Arbeit doch sehr zufrieden sein zu können.
:o)


Détails sur le produit

* Broché: 506 pages
* Editeur : Pocket (21 avril 2005)
* Collection : Pocket
* Langue : Français
* ISBN-10: 2266150146
* ISBN-13: 978-2266150149

Mittwoch, 23. Juli 2008

Lunar Park von Bret Easton Ellis


Lunar Park ist ein verdammt guter Bret Easton Ellis Roman, der mit American Psycho, Glamorama und Less Than Zero bereits Literaturgeschichte geschrieben hat.

Breat Easton Ellis wurde jung durch seine ersten Romane zum Star am amerikanischen Literaturhimmel und stürzte mit Hilfe der Drogen, Eskapaden und Versuchungen des ausschweifenden Luxus immer tiefer in die Celebrity Hölle.

Dies erzählt Bret Easton Ellis schon zu Beginn von Lunar Park in autobiografischer Form und der Leser fragt sich, warum der Autor so offen über seine eigenen Verfehlungen und Schandtaten schreibt, seinen Niedergang und die Abgründe seiner Seele.
Und fragt sich, ob es denn nun eine Autobiografie ist, oder doch alles Fiktion, aber warum schreibt Ellis dann über sich?

Die Konturen verschwimmen immer mehr, nachdem Ellis als lerzten Strohhalm vor dem Drogentot die Hand seiner immer mal wieder Freundin, einer erfolgreichen Schauspielerin annimmt und sie heiratet.
Vor ihrer Trennung wurde sie von Ellis schwanger, er bestand auf Abtreibung, sie wollte das Kind und er verweigerte die Vaterrolle vehement.
Doch nun könnte ein Familienleben seine Rettung sein und Ellis beschliesst, sich als Ehemann und Vater zu versuchen.

Gemeinsam mit dem ihm immer noch fremden da zu Anfang nicht anerkannten Sohn im Teenageralter und der kleinen Tochter von einem anderen Mann wohnen sie in einem Vorort, sehr gut situiert im Milieu von ambitionierten Eltern und Aufstrebern.
Probleme werden mit anerkannten Pharmaka gelöst und Kinder stehen eigentlich immer untrer Medikamenten, wohl auch um schon dem frühen Leistungsdruck der subtil aber unnachgiebig an sie gestellt wird Stand zu halten.

Breat Easton Ellis kotzt das alles an, die Verlogenheit, die Fassade die so wichtig ist, aber er fügt sich, möchte sich anpassen, möchte sich dadurch vor einem Rückfall schützen. Er klammert sich an dieses Leben des braven Vorstadt-Papas und versucht, dieser ihm noch fremden Rolle gerecht zu werden.

Mit Hilfe von im Haus versteckten Alkoholdepots und ab und zu einer Linie Koks gelingt es ehr schlecht als Recht und auch eine junge Studentin treibt den frisch gebackenen Ehemann in die Bedrouillie, auch wenn er moralisch keine großen Einwände hegt, schliesslich ist er erst seit ein paar Monaten verheiratet, darf man da nicht noch fremd gehen?

Vielleicht könnte Brea Easton Ellis mit der Zeit, etwas mehr Mühe und Übung tatsächlich irgendwann dem Bild eines gesetzten Mann im besten Alter entsprechen, doch plötzlich geschehen unerklärliche Dinge, passieren grausame Morde und es tauchen Personen in seinem Leben auf, die er selbst erschaffen hat für seine Romane.
Aber wie können Phantasieprodukte im realen Leben agieren und Spuren hinterlassen? Blut?
Sein Vater, seit Jahren tot und nach eigener Aussage mit seiner eiskalten, materiellen Art Vorbild für den Serienmörder Patrick Batemann aus American Psycho, macht sich bemerkbar, mit dem Haus gehen unerklärliche Dinge vor, ein Spielzeug bedroht ihn und das Leben der Kinder. Auch Patrick Batemann scheint zum Leben erweckt worden zu sein oder irgendjemand benutzt American Psycho als Leitbuch zu bestialischen Morden.

Ist das alles real? Wird er wahnsinnig? Ellis beginnt zu kämpfen, will den Ereignissen auf den Grund nehmen und macht gemeinsam mit dem Leser immer unglaublichere aber schlüssige Entdeckungen und der Roman gleicht plötzlich einem guten Stephen King Thriller, in dem der Horror den Alltag zum Alptraum macht.
Alles ist ungewiss, die Fassade des täglichen Lebens bröckelt und der Leser fragt sich mit Ellis gemeinsam wer am Ende noch am Leben sein wird.

Ich werde nicht mehr schreiben, denn das Buch lebt von der Spannung des Ungewissen und diese Spannung ist brilliant inszeniert, wohl gerade deshalb, weil man nicht weiß was einen erwartet, mit was für einer Art von Buch man es zu tun hat.
Was ist real, was Fiktion? Der Leser und Bret Easton Ellis versuchen es fieberhaft gemeinsam zu ergründen.

Mich hat das Buch positiv überrascht, auch deshalb weil die vorherigen Romane von Ellis mir ab und zu an einigen Stellen etwas langatmig vorkamen, was hier aber nicht der Fall ist.

Was man aber auch hier findet ist der beissende Sarkasmus mit der Ellis die scheinheilige Welt der amerikanischen Vorzeigefamilien auseinander nimmt und entlarvt und deutlich macht, was ungelöste Probleme in der Familie für fatale Auswirkungen haben können.
Die Wichtigkeit der Vater-.Sohn Beziehung für die eigene Entwicklung und das spätere eigene Verhalten seinem Kind gegenüber wird thematisiert und am Ende aufgezeigt, dass es nie zu spät ist, Fehler zu revidieren um sie in der Zukunft vielleicht nicht mehr begehen zu müssen.

Ein super Buch, arg gruselig und verdammt spannend, schön sarkastisch und doch nicht bösartig. Eine Horror-Gesellschaftskritik mit Twin Peaks Flair irgendwie.

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* Poche: 472 pages
* Editeur : Pocket; Édition : Robert Laffont (3 septembre 2007)
* Collection : Pocket
* Langue : Français
* ISBN-10: 2266164333
* ISBN-13: 978-2266164337

Vous descendez? von Nick Hornby


Und wieder einmal ein sehr unterhaltsamer Nick Hornby Roman und wieder einmal stosse ich auf eine amüsante und aufheiternde, Lebensbejahende Herangehensweise an das pikante Thema Selbstmord.
Hier allerdings nicht so sinnbeladen und positiv lehrreich wie Paulo Coelhos "Veronika beschliesst zu sterben" sondern ehr etwas aber natürlich nicht ganz so brilliant wie "Petits suicides entre amis" von Arto Paasilinna.
(Beide Bucherinnerungen weiter unten)

In "Vous descendez?" erzählen die vier Protagonisten aus ihrer Perspektive von den Dingen, die sich seit der aussergewöhnlichen Sylvester-Nacht auf einem Hochhaus zugetragen haben.
Denn dort musste jeder überrascht feststellen, dass er mit seinem Plan, sich an ausgerechnet diesem letzten Tag des Jahres auf diesem für Selbstmorde berüchtigten Hochhauses in Mitten Londons umzubringen, nicht alleine ist.

Und kann man sich umbringen wenn man dabei nicht ungestört ist? Sich quasi eine Schlange bildet? Wohl kaum. Und so wird nach einiger den Leser amüsierender Diskussion das Vorhaben vertagt, was jedem insgeheim Recht ist und die vier Lebensmüden beschliessen zum Teil widerwillig, ein wenig abzuwarten und die Zeit des Aufschubs zeitweilig gemeinsam zu verbringen.

Und so unterschiedlich sie auch sind: es klappt irgendwie, auch wenn es oft zu Streit kommt und hitzige Wortgefechte ihren Lauf nehmen.

Ganz besonders Martin, der ehemalige TV-Moderatorenstern, der leider nach einem ausserehelichen sexuellen Abenteuer feststellen musste dass besagte Dame erst 15 war und so durch den englischen Medienschlamm bis ins Gefängnis gezogen wurde und nun der Arsch der Nation ist, und dessen Leben wirklich ein Haufen Scheiße ohne Besuchsrecht für seine Töchter ist, kommt nicht mit der aufsässigen Jess klar.

Jess ist eine junge, aufmümpfige Frau aus bestem Hause aber mit einem schmerzhaftem Drang zur Gossen-Sprache und Provokation. Von ihrem Freund verlassen (der aber wie sich später heraus stellt ehr vor ihren Wutanfällen geflüchtet ist), sieht sie keinen Sinn mehr im Leben, aber vermutlich ist auch dieser Entschluss zum Selbstmord nur ein weiterer ungelenker Ausdruck ihrer Hilflosigkeit mit sich selbst. Jess ist oft unglücklich, am meisten mit sich selbst und ihrer Art und hat den Glauben, sich zu einem organisierteren und angenehmeren Menschen zu wandeln aufgeben, vielleicht aus Bequemlichkeit.

Sie lässt keine Gelegenheit aus, Martin und die anderen zu provozieren und besonders Martin reisst dabei oft beinahe der Geduldsfaden und die Lust, zu viert, als Bund der gescheiterten Selbstmörder gemeinsam Bücher von sich das Leben genommenen Schriftstellern zu lesen oder sich später einfach nur so zum Quatschen bei Starbucks oder wo auch immer zu treffen schwindet.

Maureen und JJ hingegen finden schnell Gefallen an der zufälligen Verbindung unterschiedlichster Charaktere, gerade Maureen blüht allmählich auf.

Sie ist die Älteste, hat einmal in ihrem Leben Sex gehabt und das Resultat davon hängt ihr nun wie ein Klotz am Bein: sie wurde schwanger, bekam einen schwer behinderten Sohn der nun als Erwachsener zu keiner Regung fähig ist und Maureens ganze Zeit beansprucht ohne ihr aber mitteilen zu können, ob er das wahrnimmt oder nicht. Maureen ist müde, körperlich wie auch seelisch.

Das sehen die anderen und gemeinsam wird eine Reise unternommen, die erste in Maurreens Leben überhaupt. Und langsam erkennt sie, was das Leben ausmacht.

Auch JJ beginnt zu begreifen. Nach der Trennung seiner Band brach das wichtigste aus seinem Leben und seiner Seele: die Musik und die Chance, ein großer gefeierter Rockstar zu werden. JJ lebt schmerzvoll in der Vergangenheit, erinnert sich an die Erfolge seiner Band und vermisst die Freundin die er zu der Zeit hatte.

Die vier erleben Höhen und Tiefen zusammen und der Leser erfährt aus ihren Worten immer mehr über ihre Schicksale, die für jeden von ihnen schwer wiegen, von aussen betrachtet aber oft nicht so aussichtslos oder gravierend sind.
Und so lernen sie allmählich, ihr eigenes, so bitter erscheinendes Los durch die Erfahrungen anderer und ihre Art damit umzugehen zu revidieren, abzumildern und das Leben bekommt schleichend immer mehr Farbe.

Die vier Fremden die bis auf ihre Müdigkeit am Leben nichts gemeinsam zu haben scheinen werden zu einer Gruppe, vielleicht keinen Freunden aber doch zu Kameraden die aufeinander Acht geben.
Das Wohlergehen der Anderen wird wichtig und das Leben bekommt durch diese neunen Verbindungen plötzlich wieder Sinn und Ziel.

Und so ist das Buch weder düster noch trivial-heiter, es ist ein irgendwie realistischer Blick auf das Thema.
Denn wenn man selber glaubt, am eigenen Leben zu ersticken, ist es dann nicht vermessen, von aussen heraus zu urteilen ob es wirklich schlimm ist? Darf man in diesem Fall immer mit anderen Schicksalen vergleichen?
Hat nicht jeder sein eigenes Maß an Empfinden was erträglich ist und was zu viel?

Aber darüber hinaus zeigt es auch, dass es oft nur wenig braucht, um ein vormals trostloses Leben wieder Lebenswert zu machen:
Menschen die aufrichtig zuhören und Anteil nehmen. Die sich sorgen aber nicht anklagen. Die einem mögliche Lösungen anbieten und Perspektiven aufscheinen lassen.

Ein schönes Buch mit Hornby typischen Dialogen und viel Situationskomik. Und einer gut dosierten Portion Moral von der Geschicht´: man kann jederzeit jemanden Treffen der das Leben verändert und die eigene Sicht darauf. Man muss es nur zulassen. Und dass wenn man den Beschluss sich das Leben zu nehmen noch einmal heraus schient und überdenkt, er vielleicht als Ausweg gar nicht mehr in Frage kommt.
;)


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* Poche: 333 pages
* Editeur : 10 (10 mai 2006)
* Collection : Domaine étranger
* Langue : Français
* ISBN-10: 2264043911
* ISBN-13: 978-2264043917

Notre agent à La Havane von Graham Greene


Wie konnte ich so lange warten um mir ein Buch von Graham Greene zu kaufen? Wo mein Lieblingsautor John Irving doch immer so von ihm schwärmt?
Naja, jetzt hab ich es ja getan und ich bin begeistert!

Notre agent à La Havane ist ein verdammt lustiger kleiner Roman über einen Staubsaugerverkäufer der ohne Absicht zum Agenten wird.
Um ein par Dollar für sich und seine Pferdeliebende, streng gläubige Tochter Milly extra zu verdienen, gibt der gutherzige Jim Wormold dem Drängen des mysteriösen Agenten für den britischen Geheimdienst die Aktivitäten der verschiedenen Geheimdienste in und um Kuba heraus zu ergründen und mithilfe von durch ihn rekrutierten Sub-Agenten Informationen zu liefern.
Zuerst sperrt der ehrliche Jim Wormold sich, doch dann denkt er an all das Geld das ihm und Milly helfen könnte, zumal der Absatz von Staubsaugern auf der Insel stagniert, besonders seit die neuen Modelle aus Amerika ein reisserisches "Atom" im Namen tragen, was bei den die in Kuba stationierten Raketen fürchtenden Inselbewohner verschreckt.

Und da Wormold keine Agenten auftreiben kann, erfindet er welche, zeichnet im Stillen Pläne seiner Staubsaugermotoren und gibt diese als mysteriöse Atomprojekte der Regierung oder der Rebellen aus.
Etwas gewissensbeladen streicht er die Provisionen und Spesen für seine imaginären Informanten ein und kommt aber erst dann richtig in die Bredouille, als London ihm eine äußerst hübsche und sympathische Sekretärin schickt...

Darüber hinaus sterben plötzlich Menschen und fallen Anschläge heim, die die Namen seiner fiktiven Agenten tragen und ach sein bester Freund, der deutsche Arzt Dr Hasselbach ist plötzlich tot.

Für Wormold wird es auf Kuba immer brenzliger, er hat sich in einem selbst gestrickten Netzt aus charmanten Lügen verstrickt und läuft nun Gefahr daran zu ersticken.
Aber da ist zum Glück noch die charmante Sekretärin...

Ein verdammt lustiger und spannender Roman, mit vielen grandiosen Dialogen und einer einzigartigen Situationskomik.
Auch wenn das Thema ein ernstes ist, wird es hier nie trocken oder düster, die Atmosphäre ist oft sogar so heiter, dass Greene sich nach der Veröffentlichung mit dem Vorwurf konfrontiert sah, die Problematik auf Kuba und vor allem das brutale Vorgehen des Polizeichefs Segura, der hier im Roman eine tragende Rolle bekommt, zu verharmlosen.
Vielleicht zu Recht, aber es ging Greene nicht um einen politischen Roman wie er im Vorwort erklärt.
Notre agent à La Havane ist eine Agenten-Komödie, deren Schauplatz Kuba ist.
Eine wirklich, gut geschriebene Komödie die sehr, sehr gut zu lesen ist.

Détails sur le produit

* Poche: 284 pages
* Editeur : Editions 10/18 (29 mars 2001)
* Collection : 10/18
* Langue : Français
* ISBN-10: 2264021985
* ISBN-13: 978-2264021984