
Dieses Buch war das erste welches ich von einem meiner absoluten Lieblingsautoren gelesen habe und es hat mich verlieben lassen. Verlieben in die einfache aber wunderschöne Sprache von François Lelord der es wie kaum ein anderer vermag, mit scheinbarer Einfachheit und gutmütiger Naivität Grundsätzliches und Elementares auszudrücken.
Und so liest sich Le Voyage d'Hector ou la recherche du bonheur an einem Stück, aufhören und das wunderbare Buch beiseite legen fällt schwer, ahnt man doch schon schnell, was für einen Schatz man in Händen hält.
Es ist kein Wunder dass das Buch erst monatelang die Spitzenplätze der französischen Bestsellerlisten anführte, bis es sich dann aufmachte, auch die Herzen der Leser der übrigen Welt zu erobern.
Ein Buch, dass ich fast jedem mit dem Wissen schenken würde, dass es ihm oder ihr sehr gut gefällt.
François Lelord , ein überaus qualifizierter Psychologe, der an Elite-Universiäten und im Ausland studiert hat, dann in Paris praktizierte und nun, des Glückes wegen in Hanoi arbeitet, beschreibt in dem Roman die Reise eines Psychologen um die Welt, auf der Suche nach den Quellen des Glücks. Wie sehr dieser ihm selbst ähnelt lässt er in Interviews nur vage vermuten.
Dieser Psychologe namens Hector besitzt die Gabe, ungemein gut zuhören zu können und die Menschen nutzen seine Praxis, um endlich einmal zu reden und eine Reaktion darauf zu bekommen. Und so ist die Praxis tagaus tagein mit unglücklichen Menschen bevölkert, die den Umständen entsprechend doch eigentlich glücklich sein müssten, wie Hector findet. So sind viele von ihnen vermögend oder reich gesegnet mit Kindern oder einem guten Job und vielen Freunden. Und doch leiden sich an ihrer Traurigkeit, an dem Mangel an Etwas, und hoffen, dass Hector ihnen eine Lösung präsentiert, am besten eine einfache und schnelle. Doch so einfach ist das nicht für Hector, der manchmal gar nicht versteht, woher das vermeindlich unbegründete Unglück kommt.
Und so erkrankt er selber an dem Unglück, die Ursache des Glücks nicht zu kennen und somit seinen Patienten nicht die Antworten geben zu können, die sie von ihm erwarten.
Hector beschliesst kurzerhand, sich auf die Reise zu machen, um, bewaffnet mit seinem kleinen Notizbuch, in der Welt die Ursachen des Glücks zu finden.
Und mit seiner Aufmerksamkeit lernt er schnell Menschen kennen, die ihm die gesuchten Erkenntnisse vermitteln und er entdeckt die Quellen des Glücks, auf den ersten Blick simpel, auf den zweiten dann aber einleuchtend und dann geradezu umwerfend.
Denn im Grunde hat jeder Mensch, mit etwas Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Mitgefühl, die Fäden die zu seinem Glück führen selbst in der Hand.
Und dies wird dem Leser bewusst gemacht, didaktisch klug aufbereitet von François Lelord, der seinen Hector am Ende jeden Kapitels seine Schlüsse in knapp aber gut formulierten Regeln zusammen fassen lässt, so dass der gesamte Roman als überaus nützliches Nachschlagewerk dienen kann.
Die Einfachheit der Sprache werte ich keineswegs als Nachteil, sondern im Gegenteil, als große Leistung Lelords, die er auch in seinen anderen Romanen und Fachbüchern, die ich auch vorstellen werde, erbringt.
Er, der Wissenschaftler und Spezialist versteht es auf famose Weise, seine Worte einfach aber aussagekräftig zu wählen und dabei mit jedem Satz Charme und Ernst zu vermitteln.
Er spricht somit jeden Leser an und bringt ihm die Erkenntnis der Psychologie und der Neurologie dar, ohne dass dieser sich dessen bewusst wird.
So sind die Romane Lelords in Frankreich auch in der Psychologie-Abteiung zu finden.
Zusätzlich findet sich an vielen Ecken geschickt eingestreute Gesellschaftskritik, aber nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern eben: charmant.
All diese Erkenntnisse Hectors, bei denen sich der Leser vielleicht zu Anfang sagen mag: "Kenn ich doch! " oder "Ist doch klar!" sind mitnichten neu, aber wir sehen sie nicht mehr. Fast alle von uns sind zu sehr in ihrem Alltag verfangen, der blind macht wie der Wald den man vor Bäumen nicht sieht.
Und ich denke, manchmal braucht es jemanden wie François Lelord (oder Howard Cutler mit dem Dalai Lama, dessen Bücher ich auch später vorstellen werde) um uns das zu zeigen was eigentlich offensichtlich ist.
Aber auch ohne diesen unschätzbaren Mehrwert den das Buch bei der genussvollen Lektüre bietet, wäre Le Voyage d'Hector ou la recherche du bonheur ein grandioses Buch und Schatz in jedem Bücherregal.
Denn der Charakter Hector ist liebenswert mit seinen Fragen und seinen menschlichen Schwächen und die Reise die er erlebt, die Menschen die er trifft, fesseln und begeistern. Ein wunderschöner kurzer Roman voller Leichtigkeit und Tiefgang gleichermaßen, erfrischend unanstrengend und auffallend betaubernd.
Mich hat dieses Buch zumindest so sehr begeistert, dass ich nach Lektüre dieses Buches zum großen Verehrer François Lelord wurde, bis auf ein paar Bücher habe ich all seine Werke gelesen und werde sie hier nach und nach vorstellen.
Détails sur le produit
* Poche: 274 pages
* Editeur : Odile Jacob (9 mars 2004)
* Collection : Poches
* Langue : Français
* ISBN-10: 2738113974
* ISBN-13: 978-2738113979
Description du produit
Présentation de l'éditeur
Il était une fois un jeune psychiatre nommé Hector qui n’était pas très content de lui : il voyait bien que, malgré sa bonne volonté, il n’arrivait pas à rendre les gens heureux. Hector décide alors de partir courir le monde afin de comprendre ce qu’est vraiment le bonheur.
Pourquoi rêvons-nous souvent d’une vie plus heureuse sans apprécier la nôtre ? Trouve-t-on le bonheur dans la réussite ou dans les relations avec les autres ? Dépend-il des circonstances ou d’une manière de voir les choses ? Après bien des péripéties et des rencontres inattendues, Hector saura mieux répondre à ces questions…
Entre voyage initiatique et conte pour grandes personnes, le regard d’un psy sur nos doutes et notre soif de bonheur.