
Timbuktu ist der Ort, an den die Seelen der Menschen kommen, nachdem die Menschen diese Welt verlassen haben. So oder so ähnlich beschreibt der obdachtose und umher reisende Gelegenheits-Philosoph und Würde-gern-Schriftsteller Willy mit dem selbstgegebenen Nachnahmen Christmas den Ort an den er gehen wird. Denn Willy ist krank. Nicht nur mental, er leidet schon seit langem unter temporären Wahnvorstellungen, nein, Willys Körper ist auch voll von bösen Dingen, vermutlich Tumoren.
Also bereitet er sich und seinen besten Freund, den Mischlings-Köter Mr.Bones auf ein neues Leben vor. Ein Leben in dem beide (vorläufig) getrennte Wege gehen müssen.
Die Geschichte, die Paul Auster hier dem Leser schenkt ist die von Einsamkeit, der Suche nach einem Zuhause und Freundschaft. Es ist eine Art moderne Fabel über Obdachlosigkeit und emotionale Abhängigkeit, gesellschaftliche Kälte und Normen.
Es ist aber auch die Geschichte eines Hundes, und das ist das wunderbare: man hat von nun an das Gefühl, jeden Hund ein klein wenig in die Seele blicken zu können, ihn besser zu verstehen.
Denn die Geschichte ist die von Mr. Bones und sie ist größtenteils aus seiner Sicht geschrieben.
Wie Mr.Bones die Welt sieht, wie wichtig Gerüche für ihn sind, wie wichtig die Liebe seines Begleiters und Herrchens Willy.
Und als Willy stirbt gibt dieser ihm noch durch Träume allerhand kluger Ratschläge mit auf den Weg wie er von nun an alleine sein Glück und Auskommen suchen soll, doch Mr Bones ist zwar nicht dumm, aber auch sehr sentimental und so manchmal etwas verwirrt von dem was Willy ihm sagen möchte.
Aber er macht sich trotzdem auf den Weg, findet erst Unterschlupf bei einem netten chinesischen Jungen, wird dann aber von dessen Vater zum Teufel gejagt um dann inmitten einer amerikanischen Durchschnittsfamilie zu landen.
Und hier erwarten ihn materielle Versorgung und emotionale Achterbahnen, Regeln und Ausnahmen davon, Depressionen hinter Heile-Welt-Fassaden und alles andere als Beständigkeit.
Aber die sucht Mr.Bones vermutlich auch gar nicht mehr in dieser Welt.
Auch er ist alt und er sehnt sich seit Willys Trennung von ihrem Wiedersehen und hofft inständig, dass der Gott der Menschen ihn auch in das Timbuktu der Menschen lassen wird, denn was soll er in dem der Tiere wo doch sein bester Freund woanders ist?
Wie immer gibt es bei Paul Auster ein schönes Ende, ohne Kitsch aber mit dem Gefühl. etwas tolles und wertvolles gelesen zu haben.
Etwas das einem mehr über die Menschen gezeigt hat als man glaubte zu lernen in so einem kleinen Buch.
Ein wahrhaft feines Buch. Voller Wahrheiten, Philosophien und märchenhaften Ereignissen.
Und ein Augen-öffner für Leute die Hunde betrachten.
Détails sur le produit
* Poche: 186 pages
* Editeur : LGF - Livre de Poche (9 janvier 2002)
* Collection : Livre de poche
* Langue : Français
* ISBN-10: 2253152080
* ISBN-13: 978-2253152088