Freitag, 19. September 2008

La Cinquieme Montagne von Paulo Coelho


Wieder ein feines kleines Buch von Paulo Coelho dass einem mehr gibt als ein ausführliches Studium der Bibel, wie ich finde. Weil er es wie kaum ein anderer meisterhaft versteht, die wichtigsten Dinge in unser aller Leben und unserer Welt mit kurzen aber mitreissenden Geschichten zu erzählen.
Nämlich was Gott für uns ist, bzw. sein kann wenn wir ihn annehmen. Warum er handelt wie er handelt und dass der Kern von allem Liebe ist und der eigene Weg.
Klingt schwülstig und spirituell, ist hier aber wie in den anderen Büchern auch, aber mit einer schönen, schlichten Sprache und feinen Geschichten thematisiert.

Ich bin auch mitnichten nun in der Kirche zu finden, noch würde ich mich als Katholikin beteichnen (auch wenn ich als die getauft wurde), ich würde sagen dass ich Christin bin und zwar so, wie ich es empfinde eine zu sein: tolerant und aufmerksam, suchend und fragend, erkennend und begreifend dass Liebe, Empathie und Mitgefühl uns als einzige Dinge weiter bringen. Zu mehr Frieden, in uns selbst und ausserhalb.
Ich fühl mich innerlich viel ruhiger, seit ich die Bücher von Coelho und Eric Emmanuel-Schmitt lese und auch bei anderen, "unverdächtigen" Autoren kluge Weisheiten entdecke, die mehr wiegen als drei Evangelien zusammen...

Zurück zu Paulo Coelho und zu La Cinquieme Montagne:

An diesem Buch gefiel mir besonders eine der Kernaussagen:
Das wird Herausforderungen im Leben brauchen um dessen Wert zu erkennen, um uns unserem eigenen Weg bewusst zu werden und ihn zu verfolgen. Nicht zu verharren und lethargisch zu werden, sondern zu leben, mit allem was dazu gehört. Schmerzen und Tragödien, die Zeiten des Glücks und des Wohlstandes um so strahlender erscheinen lassen.
Herausforderungen die nach deren Bezwingungen ein unglaubliches Erfolgsgefühl und eine Zufriedenheit in uns hinterlassen.
Gott will dass wir nicht in der Vergangenheit verharren, überkommenen Traditionen folgen und so die Zukunft und das Jetzt nur abspulen, nicht wirklich gestalten und leben.
Eine Aussage, die ich so selten in der katholischen Kirche wieder finde..

Dabei ist die erzählte Geschichte eine deren Protagonist ein Bekannter aus dem Alten Testament ist, Elie, der Prophet der aus Jerusalem auszog als dort von der schönen, Baal anbetenden Prinzessin Jezebel alle jüdischen Propheten ermordet wurden.
Elie finde Zuflucht in der Handelsstadt Akbar und versucht dort, seinem Gott zu dienen und seinen Anforderungen Folge zu leisten, was ihm, je mehr er sich bemüht, immer weniger gelingt.
Die Engel und Boten des Herren die ihm erscheinen stellen ihn vor Herausforderungen die ihm nicht schlüssig erscheinen, er wird mit der Zerstörung Akbars konfrontiert und dm Tod, derer, die er geliebt hat.
Und erkennt erst spät, was Gottes Wille ist:
Herauszufordern.
Anzutreiben.
Herr seiner eigenen Entscheidungen zu sein.
Sich bewusst für das Leben und die Zukunft zu entscheiden.

Die Inhaltsangabe ist kurz gehalten, ich weiß, aber das Buch ist nicht umfangreich und doch voller so vieler unschätzbarer Kostbarkeiten an Wahrheit und Erkenntnis, das ich es einfach nicht beschreiben möchte, mann sollte es einfach nehmen und lesen.
Und gerade wenn man von einem Unglück tief verletzt wurde, kann es eine Hilfe sein um zu verstehen warum dieses einem widerfahren ist. Und daraus eine Erkenntnis zu ziehen die einem Kraft und Antrieb gibt, nach vorne zu schauen.

Ich fand das Buch gerade zum Ende hin aussergewöhnlich motivierend und gut, dass ich mich ärgere, dass es so ein hässliches Cover hat. Und ich am Anfang oft dachte: oje, machmal kann man auch eine Überdosis Coelho abbekommen..
Nach dem Lesen hab ich gedacht: man kann nicht genug und zu oft ihm lesen.
Seine Lektüre würde den christlichen Kirchen mehr helfen als alles andere...


Produktinformation

* Verlag: Import; Carriere
* 1998
* 1998.
* Ausstattung/Bilder: 190 S.
* Seitenzahl: 190
* Le livre de poche Bd.14710

* Französisch
* Abmessung: 18 cm
* Gewicht: 106g
* ISBN-13: 9782253147107
* ISBN-10: 2253147109
* Best.Nr.: 08284407