Dienstag, 9. Oktober 2007

Middlesex von Jeffrey Eugenides


Über Jeffrey Eugenides Middlesex gibt es wahnsinnig umfangreiche Rezensionen, Analysen, Rekapitulationen und Hymnen im Internet.
Darum mag ich gar nicht viel schreiben, ausser, dass Middlesex ein GRANDIOSER Roman ist, der unterhält und fesselt und meiner Meinung nach noch besser ist als The Virgin Suicides das ich etwas weiter unten schon vorgestellt habe.

Middlesex ist ein großer Roman einer großen Familiengeschichte, die der griechischen Familie Stephanides, bestehend aus Lefty und Desdemona, Geschwistern und Geliebten, die, beim Überfall auf Smyrna 1922 vor den Türken flüchtet und in Amerika ein neues Leben beginnt und eine neue Familie gründet. Das diese auf fragilen Füßen steht ist Desdemona von Anfang an klar, ihr Leben lang leidet sie unter der Sünde die sie mit der Heirat ihres Bruders begangen hat und für die zwei Generationen später ihre Enkeltochter Calliope bezahlen wird, deren Körper sowohl von einer Frau als auch von einem Mann hat.

Calliope ist auch die allwissende Erzählerin, bzw. der allwissende Erzähler des Romans, reist er doch durch die Zeit um nicht nur die Geschichte von den Großeltern in Griechenlaad und ihre Anfänge in Amerika zu erzählen, als auch die seiner Eltern in der griechisch-amerikanischen Zwischenkultur und dann noch die ihre/seine, als Kind, Jugendliche und später als erwachsener, männlich auftretender Hermaphrodit in Berlin.

Entgegen meiner anfänglichen Erwartung und auch etwas Befürchtung entpuppt sich Middlesex aber nicht als Roman der als zentrale Thema Zwittergeschlechter oder Genmutationen durch Inzest oder was auch immer behandeln, so wie man es beim Lesen des Klappentextes meinen könnte.
Zum Glück.
Denn zwischen all den Seiten entfaltet sich eine wunderbare spannende, mitreissende und amüsant-tragische Familiensaga.
Das aufeinander treffen von alteuropäischen Griechenland auf neukapitalistisches Amerika. die Konflikte zwischen Generationen und Geschlechtern, alles unglaublich flüssig, eloquent und fesselnd von Eugenides in niemals überflüssige Worte gefasst.
Natürlich ist es auch die Geschichte von Calliope selbst, die sich später Cal nennt und der späten Entdeckung ihrer Besonderheit. Ein Roman über eine große, liebenswerte und spannende Familie und die Geschichte einer Heranwachsenden zwischen den Welten.
Und darüber hinaus ein großartiger Roman über die Unterschiede zweier Kulturen, zweier Generationen und zweier Geschlechter.

Ein Buch das mich Lächeln macht bei dem Gedanken es später noch einmal zu lesen. Also ein GRANDIOSES Buch.



Produktinformation

* Verlag: Bloomsbury Publishing
* Bloomsbury 21 Vol.14
* 2007
* Ausstattung/Bilder: 2007. 529 p.
* Englisch

* Abmessung: 20 cm
* Gewicht: 575g
* ISBN-13: 9780747590088
* ISBN-10: 0747590087
* Best.Nr.: 20931233